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Wanderreportagen ABO

Wo der Berg zur Brücke wird

Der Tunnel ist eine menschliche List, das Hindernis Berg aus der Welt zu schaffen. Doch aus der List wird die Lust, die Berge oberhalb der Tunnels zu erkunden. Ein Selbstversuch am Gotthard, inspiriert von Carl Spitteler.
29.05.2026 • Text und Bilder: Elsbeth Flüeler
Beim Lago di Cane quert der Wanderweg zweimal die Linie des Gotthard-Basistunnels.

«Ohne eine gewisse feierlich andächtige Spannung fährt wohl kaum jemand zum ersten Mal in den Gotthardtunnel», beschreibt Carl Spitteler (1845–1924) seine Eindrücke bei der Fahrt durch den 1882 eröffneten Gotthardtunnel, dem damals längsten Eisenbahntunnel der Welt, einem Jahrhundertwerk, weltweit beachtet und gefeiert.

Zu lesen ist das Zitat in «Der Gotthard», Spittelers Reiseführer mit der Bahn und zu Fuss. Viele Jahre lang hatte die damalige Gotthardbahn-Gesellschaft den in Luzern wohnhaften Schriftsteller fürs Schreiben dieses Buches zu gewinnen versucht. Doch Spitteler hatte abgelehnt, trotz fürstlichem Honorar. Erst im Hinblick auf den Anschluss Luzerns an die Gotthardbahn lenkte er ein. Warum, ist nicht bekannt. Vielleicht, weil ihm als begeistertem Wanderer das Buch die Gelegenheit bot, das Gebiet weiter zu erkunden?

Porträt_von_Carl_Spitteler

Carl Spitteler war ein leidenschaftlicher Wanderer. Die Fahrt durch den Gotthardtunnel bereitete ihm mässig Freude. © Wikimedia Commons

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