Buttisholz, St
Wanderreportagen
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Ein Hauch Byzanz im Luzerner Rottal

Auf einen Blick: Buttisholz LU
04.09.2026 • Text und Bilder: Andreas Staeger
Die Wallfahrtskapelle St. Ottilien sticht mit ihrer besonderen Architektur hervor.

Auf einer Anhöhe ausserhalb von Buttisholz steht die achteckige Wallfahrtskapelle St. Ottilien. Während andere Sakralbauten in der Umgebung in konventionellem Baustil gestaltet sind und vorwiegend lokale Bedeutung haben, sticht das 1669 im Rokokostil erbaute Wallfahrtskirchlein nur schon aufgrund seiner ungewöhnlichen Form heraus. Mit seiner filigranen Silhouette setzt es einen ausserordentlich schönen Akzent in die Landschaft und bringt einen Hauch von byzantinischer Ausstrahlung ins Schweizer Mittelland.

Geweiht ist das Kleinod der heiligen Odilie – auch Ottilia genannt –, die der Legende nach blind geboren wurde, aber Sehkraft erlangte, als sie mit zwölf Jahren getauft wurde. Sie gilt deshalb als Patronin für gesundes Augenlicht. Im Inneren der Kapelle berichten Votivtafeln – kleine, bemalte Tafeln – von Gläubigen über geglückte Heilungen. In unmittelbarer Nachbarschaft der Ottilienkapelle befindet sich das Pilgerstübli; die einfache Wirtschaft ist zu unregelmässigen Zeiten geöffnet, meist vor und nach Anlässen in der Kapelle.

Die Wallfahrtskapelle ist das eigentümlichste und zugleich ansehnlichste sakrale Bauwerk der Gegend, jedoch längst nicht das einzige: Zwölf Kapellen und fünf Dorfkirchen verbindet der Luzerner Kapellenweg. Etwas über 20 Kilometer lang ist die Route, die von Hellbühl nach Ettiswil führt. Die Wanderung lässt sich gut verkürzen oder variieren, denn sämtliche Dörfer an der Strecke sind mit Buslinien erschlossen. Jedes davon verfügt über seine eigene, charakteristische Pfarrkirche. Am monumentalsten ist die Barockkirche St. Mauritius in Ruswil.

Bei jedem Wetter auf dem Luzerner Kapellenweg
Hellbühl, Post — Buttisholz, Dorf • LU

Bei jedem Wetter auf dem Luzerner Kapellenweg

Neben klassischen Schönwetterwanderungen, die man wegen der Aussicht vorwiegend bei Sonnenschein unternimmt, gibt es Routen, die sich auch bei argem Hudelwetter begehen lassen. Der Luzerner Kapellenweg gehört dazu. Ihn säumen zahlreiche Kirchen und Kapellen, die einen lebendigen Einblick in die sakrale Architektur des Luzerner Hinterlands vermitteln – und gleichzeitig für Schutz vor den Unbilden der Witterung sorgen. Der Kapellenweg beginnt bei Hellbühl und endet in Ettiswil. Mehr als fünf Stunden dauert die gesamte Tour. Wem das für einen neblig-nassen Tag zu lang ist, der beschränkt sich auf ein Teilstück. Empfehlenswert ist etwa die erste Hälfte der Route. Dieser Wandervorschlag beginnt mit dem einzigen nennenswerten Anstieg der Strecke: Von Hellbühl geht es 100 Höhenmeter aufwärts nach Hueb. Wenig später erreicht man mit der Katharinen-Kapelle bei Under Herreweg bereits den höchsten Punkt der Tour; von nun an wandert man meist ebenen Wegs via Ruswil, St. Ulrich und St. Ottilien nach Buttisholz. Das sanft hügelige Rottal, durch das der Kapellenweg führt, ist eine Gegend mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung. Kornfelder, Wiesen und Weiden prägen die Gegend. Die Kehrseite der schmucken Medaille: Die meisten Bauernhöfe sind mit Strässchen erschlossen. Das Verkehrsaufkommen ist zwar gering, für Wandersleute ist die Sache trotzdem etwas unerfreulich: Der Kapellenweg verläuft zu mehr als der Hälfte auf Hartbelag. Zwischen den asphaltierten Strecken gibt es glücklicherweise immer wieder naturnahe Abschnitte. Besonders reizvoll ist etwa das Teilstück von Rüediswil nach Buttisholz. An dieser Strecke liegt auch die Wallfahrtskapelle St. Ottilien. Mit ihrem achteckigen Grundriss und ihrer zierlichen Silhouette ist sie ein aussergewöhnliches Juwel unter den Sakralbauten der Schweiz.

zum Wandervorschlag

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