Selden, Gasthaus Steinbock — Ferden, Dorf • BE

Zu Fuss vom Kanton Bern ins Wallis

Das Gasteretal ist ein verwunschenes, abgeschiedenes und trotzdem einfach zugängliches Tal bei Kandersteg. Vom Bahnhof fährt ein kleiner Bus zum Ausgangspunkt Selden. Nach der Überquerung der Hängebrücke beginnt der lange, steile Aufstieg. Die Hochebene hinter der Gfelalp lädt zu einer ersten Pause ein. Weiter geht es dem Lötschengletscher entlang. Die ganzjährigen Schneefelder sind gut ausgetreten und markiert. Kurz darauf beginnt der schwierigste Teil des Aufstiegs, der mitten durch eine felsige Steilstufe verläuft. Der Weg ist zwar sehr gut mit Ketten abgesichert und klar markiert, Schwindelfreiheit ist aber Voraussetzung. Kurze Zeit später ist bereits die Lötschenpasshütte in Sicht. Hühner flattern frei herum und aus Holz geschnitzte Trolle bewachen die Hütte. So kann man in aller Ruhe essen und schlafen. Erholt startet man am nächsten Tag den Abstieg. Die Aussicht auf das Bietschhorn ist einmalig. Der Weg wird bald steiler, und im Zickzack werden schnell Höhenmeter vernichtet. Die Umgebung wechselt von steinig-alpin zu saftig-grün und entsprechend erscheinen schon bald die ersten Kühe. Auf der Kummenalp kann man einkehren und das Panorama noch einmal einsaugen. Danach verläuft der Weg zu grossen Teilen im Wald, wunderschön entlang einem Bach. Schon bald erreicht man das Endziel Ferden, ein typisches Walliserdorf, in dem sich urchige Chalets aneinanderreihen.

Information

Erreichbar ist Selden per Bus ab Kandersteg. Reservation obligatorisch, 033 671 11 72, www.gasterntal.ch/zufahrt.html. Von Ferden fährt der Bus nach Goppenstein.

 

Berghotel Steinbock, 033 675 11 62 www.steinbock-gasterntal.ch
Lötschenpasshütte, 027 939 19 81, www.loetschenpass.ch/die-huette
Gasthaus Kummenalp, 027 939 12 80, www.kummenalp.ch

Wanderung Nr. 1947

Publiziert 2022 ‒ Präsentiert von Schweizer Wanderwege

Wanderblondies

Wanderroute

Selden, Gasthaus Steinbock
0:00
0:00
Gfelalp
0:47
0:47
Lötschepass
3:22
2:35
restaurant
accommodation
Kummenalp
4:31
1:09
restaurant
accommodation
Ferden, Dorf
5:42
1:11
Details zu Wegoberfläche und Kategorie auf dem Höhenprofil

Wandervorschläge

Doppelpass am Lötschberg Nr. 1780
Selden, Gasthaus Steinbock — Rinderhütte • VS

Doppelpass am Lötschberg

Zwei Möglichkeiten gibt es, um auf Bergwanderwegen vom Kandertal nach Leukerbad zu gelangen. Der Klassiker ist die direkte Route über die Gemmi. Wesentlich länger, aber landschaftlich vielseitiger und attraktiver ist die Zweitagestour auf dem uralten Lötschenpass-Saumweg ins Lötschental und von dort weiter über den Restipass. Ausgangspunkt ist das Gasteretal. Beim Gasthaus Steinbock wird die junge Kander auf einer Hängebrücke überquert. Auf einem steilen Zickzackpfad gewinnt man zügig an Höhe. Über die Gfelalp und Schönbüel geht es nach Balme, wo der Lötschegletscher auf einer mit orangen Pfosten markierten Linie überquert wird. Eine letzte Aufstiegspassage führt teilweise durch einen exponierten Steilhang – Stahlseile bieten aber Halt und Sicherheit. Dann ist die flache und weite Passhöhe mit ihren kleinen Seelein erreicht. Um sie zu betrachten, lohnt sich ein Umweg Richtung Kummenalp. Bei prachtvoller Sicht aufs Bietschhorn geht es praktisch ebenen Wegs, später in mässig steilem Abstieg zur Lauchernalp. Die zweite Etappe führt von der Lauchernalp auf einem Höhenweg in stetem Auf und Ab über die Alpweiden hoch über dem Talboden des Lötschentals: Hockenalp, Kummenalp und Restialp heissen die teilweise sehr malerischen Weiler, die durchquert werden. Danach geht es in die Einsamkeit und Wildnis: Über Geländestufen erreicht man den Restipass. Über Wysse See und Schnydi gelangt man schliesslich zur Rinderhütte, wo eine Seilbahn hinunter nach Leukerbad fährt.
Auf zur Doldenhornhütte Nr. 1427
Kandersteg • BE

Auf zur Doldenhornhütte

«Vorn seht ihr die Allmenalp, den Bunderspitz und die Lonerkette. Und hier hinten links das Doldenhorn - wenn es nicht gerade in einer Wolke steckte!» Yvonne Feuz, die Hüttenwartin der Doldenhornhütte, erklärt von der Terrasse aus das Panorama. Auf den Tischen liegen rot-weiss karierte Tischdecken, auf den Bänken passende Kissen, auf der Mauer steht ein grosser Topf mit einem liebevoll angepflanzten Kräutergarten. Yvonne liebt diese Details: «Das ist nicht jedermanns Stil - aber mir gefällt es einfach!» Begonnen hat die Wanderung in Kandersteg: Nach rund zehn Minuten erscheint das Ruedihus, ein Landgasthof mit reich verzierter Holzfassade aus dem Jahre 1753. Hierhin hat alt Bundesrat Adolf Ogi immer wieder hochrangige Gäste mitgebracht: Kofi Annan, das belgische Königspaar, Joseph Deiss. Nach dem Ruedihus verschwindet der Weg im feuchten Wald. Durch Moos, Pilze und Erdbeeren am Wegrand steigt er mehrere Hundert steile Höhenmeter auf. Kurz vor dem Ziel durchbricht er die Waldgrenze, und der Blick auf eindrückliche Felswände wird frei. In urgeschichtlicher Zeit fand hier ein gewaltiges geologisches Ereignis statt: Enorme Felsmassen lösten sich und donnerten auf den schief liegenden Schichtplatten wie auf einer Rutschbahn ins Tal. Sie prallten an der gegenüberliegenden Talseite auf und füllten den Talgrund bis zu 400 Meter hoch mit Schutt. Kommt man in der Hütte an, wartet eine selbst gemachte Rösti mit Speck, Käse oder Ei und zum Dessert frische Fruchtwähe. Auf dem Tellerrand prangt das Motto: Genuss ist jede Sünde wert. «Für unsere Cremeschnitten am Wochenende sind wir in ganz Kandersteg bekannt», sagt die Hüttenwartin lachend. Doch auch der Waldbeerkuchen mundet sehr.
Hoch über dem Gletscher Nr. 1314
Griesalp • BE

Hoch über dem Gletscher

Es gibt nicht viele Berggänger, die so oft auf der Gspaltenhornhütte waren wie er. Architekt Daniel Suter stieg bereits als Kind zur Hütte neben dem Gamchigletscher auf. Später nahm er seine Tochter mit. Und vor ein paar Jahren baute der Architekt die Hütte um und erweiterte sie. Den ausgesetzten und imposanten Pfad kennt er darum fast auswendig. Vor allem der längere Zustieg von der Griesalp über die Bundalp und den Gamchigletscher hat es ihm angetan. Hier kommt man von der traditionellen Alpwirtschaft in eine karge Urlandschaft. Der Gletscher hat sich in den letzten Jahren immer mehr zurückgezogen, das Eis ist manchmal nur noch zu erahnen unter dem Schotter. Das Schmelzwasser hat sich einen gewaltigen Graben in den Fels gefressen. Der tiefe Graben wird auf einer Brücke überquert. Nun folgt der Anstieg über Schotter und die Gletschermoräne zur Gspaltenhornhütte. Dabei gilt es, eine Schlüsselstelle zu passieren: Man quert einen steilen Gletscherbach. Man kann sich mit Seilen sichern, aber je später der Tag, desto mehr Wasser führt der Bach. Im Zickzack geht es dann zur Hütte, die durch einen mit Blech verkleideten Anbau erweitert wurde. Innen aber sieht man den Übergang von Alt zu Neu fast nicht. Das war auch das Ziel von Architekt Daniel Suter. Er ist jetzt nicht mehr ganz so häufig auf der Gspaltenhornhütte anzutreffen, aber etwa zweimal im Jahr nimmt er den langen Marsch unter die Füsse, zumal auch der Abstieg angenehm ist. Stetig geht es runter, ohne je anstrengend oder sehr steil zu werden. Man bleibt immer in der Nähe des Gornernbachs und hat mehrere Male die Möglichkeit, in einer Alphütte einzukehren, bis man schliesslich wieder die Griesalp erreicht.
Der Grat über Adelboden Nr. 0788
Tschentenalp — Sillerenbühl • BE

Der Grat über Adelboden

Die Suche nach dem Vogellisi startet auf der Tschentenalp, von wo aus der Weg beginnt, der ganz nach dem Geschmack der alten Kräuterfrau sein muss: Er führt durch eine wilde, menschenverlassene Gegend. Ein geheimes Mittelchen gegen weiche Knie könnte in der Südflanke des Gsürs bereits angebracht sein: In dem riesigen Trichter des Stigelbachs wandert man quer zum steil abfallenden Schiefergestein. Beim Furggi beginnt dann der Aufstieg auf das Albristhore, erst durch eine steile Wiese, ab dem Furggeli durch ein grosses Geröllfeld. Der Weg ist hier nicht mehr markiert und muss stellenweise selber gewählt werden. Auch müssen gelegentlich die Hände zu Hilfe genommen werden – keine Aufgabe für ungeübte Berggänger. Oben auf dem höchsten Punkt der lang gezogenen Niesenkette entschädigt einen das prachtvolle Panorama für die Mühen des Aufstiegs. Bis zum Lavey verläuft die Wanderung dann auf dem gegen den Stigelschwand abfälligen Grat, von dem aus während der ganzen Zeit die zurückgelegte Route sichtbar ist. Beim Seewlehore kann der Weg zwei Dutzend Meter weiter unten gesehen werden, ohne dass der Verlauf des Weges hinunter sichtbar ist. Der Gratweg endet beim Laveygrat, wo entweder zum Hahnenmoospass oder zur Sillerenbahn weitergewandert werden kann. Die Abgründe sind nun überstanden. Dem Vogellisi erging es derweil anders: An einem föhnigen Oktobertag wurde es der über 90-jährigen Kräuterfrau schwarz vor den Augen, sie stolperte und fiel in den Abgrund. Das brach ihrem stolzen Raben mitten im Flug das Herz, und der prächtige Vogel stürzte gemeinsam mit dem Vogellisi den Aemmertengrat hinunter. Dieser Grat kann übrigens auf der Aeugi-Lowa-Wanderung besucht werden.

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