Wandern im Sommer • Schweizer Wanderwege

1518 Einträge wurden gefunden
Unterwegs im wildromantischen Valle di Campo Nr. 2320
Campo (VMaggia), Paese — Linescio, Paese • TI

Unterwegs im wildromantischen Valle di Campo

Diese wunderschöne Wanderung durch das lauschige Valle di Campo wird vom steten Rauschen des Flusses Rovana di Campo begleitet und startet in Campo (Vallemaggia) – bekannt für seine typischen Rustici. Strässchen und Waldwege wechseln sich zunächst ab. Vom Dorf Piano di Campo führt der Weg rechts über eine Treppe hinunter Richtung Alpe d'Arnàu. Das Tosen eines Wasserfalls wird immer lauter, und schon steht man vor ihm. Ein eindrücklicher Anblick! Weiter führt der Weg durch historische Dörfer, Laubwälder und schattige Kastanienhaine. Immer wieder blickt man in die tiefen, schon fast Furcht einflössenden Schluchten des Tals. Bei Niva gelangt man über eine alte Steinbrücke wieder auf Asphaltuntergrund. Nach gut einem Kilometer leitet der Wanderweg erst über eine kleine Brücke und danach links in den Wald hinein. Vorbei an lieblichen Terrassenlandschaften erreicht man nach einem kräftigen Anstieg Collinasca. Nach einer kurzen Erfrischung am Dorfbrunnen wandert man über Wiesen und durch Wälder weiter ins Tal hinunter. Entlang vieler Trockenmauern und alter Gärten geht es einen steilen Abstieg hinab zum Ziel, dem Dorf Linescio – bekannt für seine Terrassenlandschaften mit über 25 Kilometern Trockenmauern.
Von Schloss zu Schloss im Rebberg von La Côte Nr. 2354
Rolle — Prangins, Musée national • VD

Von Schloss zu Schloss im Rebberg von La Côte

Schon die Römer haben entlang der Moräne, die der Rhonegletscher entlang des Genfersees formte, Wein angebaut. Vom Schloss Rolle führt der Weg den Hang hinauf in das rund 2000 Hektaren grosse Weinbaugebiet La Côte, eines der grössten der Schweiz. Bis Bugnaux, dem Kulminationspunkt der Wanderung, geht es vorbei an den Schlössern Le Rosey und Chatagneréaz. Wie in den Waadtländer Rebbergen üblich, verläuft der Weg meist auf asphaltierten Wegen. Die Sicht auf die Reben, den Genfersee und die Savoyer Alpen mit dem Mont Blanc entschädigt die Wandernden für diese Mühsal. Am Château de Vincy vorbei führt der Weg über Gilly nach Bursins, der Heimat von Bundesrat Guy Parmelin. Sein Dorf zählt neben zwei Schlössern auch zwei typische Landbeizen, die zu einem Glas Chasselas einladen. Weiter geht es durch die Reben Richtung Westen an den zwei Schlössern in Vinzel vorbei nach Luins. Ein Abstecher hinter die strassenseitige Mauer des Schlosses lohnt sich, vor allem, wenn der Degustationsraum geöffnet hat. Nun führt der Weg leicht bergauf Richtung Begnins, dem Dorf mit der grössten Schlossdichte. Am besten zu sehen ist vom Weg aus das Manoir de Cottens, während vom Château de Menthon und vom Château de Martheray nur die Rückseite oder die Aussenmauer sichtbar sind. Einzig von Le Manoir im Dorfkern ist die repräsentative Fassade von der Strasse aus zu sehen. Von Begnins führt der Weg hinunter zum Bach La Serine. Fortan geht es auf Naturwegen im Schutz schmaler Waldstreifen vorwärts. Während des Zweiten Weltkriegs baute die Armee hier eine Verteidigungslinie. Die Tobleronezacken aus Beton sowie ein entsprechender Lehrpfad säumen den Weg zum Genfersee. Linkerhand befindet sich auf dem Gelände der Villen von Napoleons Nachkommen ein Golfplatz. Nach einer kurzen Einkehr im Strandbistro von Promenthoux geht es das letzte Stück hoch zur welschen Dépendance des Nationalmuseums im Schloss Prangins.
Durch die Bergdörfer der Surselva Nr. 2319
Andiast, vitg — Ruschein • GR

Durch die Bergdörfer der Surselva

Die Surselva ist bekannt für ihre vielseitigen Freizeiterlebnisse. Eines davon ist die Wanderung von Andiast nach Ruschein. Ab Andiast folgt man zunächst Forststrassen, die sich ab und an in schmalere Pfade verwandeln und durch schattige Waldabschnitte mit kleinen Wasserläufen führen. Während des sanften Anstiegs passiert man die Feuerstelle Plaun Asch, bevor man wenig später via Holzbrücke über den rauschenden Schmuér die Talseite wechselt. Nach einer kurzen Steigung folgt man der Strasse nach Pigniu, wo man sich in der Ustria Alpina eine Pause gönnen und den Blick über die sanfte Wiesenlandschaft schweifen lassen kann, während Kuh- und Kapellenglocken durchs Tal hallen. Kurz darauf biegt man in den Wald ab und steigt zum höchsten Punkt der Wanderung auf. Sobald sich die Bäume lichten, hat man einen wunderbaren Blick auf die Adula-Alpen. Weiter geht’s auf Schotterstrassen nach Siat. Den Dorfeingang markieren die Ruinen der Burg Friberg, bei der ein Klettergarten mit Spielplatz und Grillstelle angelegt wurde. Weitere Höhepunkte sind die Ustria Steila des Architekten Gion A. Caminada, die Kirche Sogn Glieci und der Biohofladen Termun. Bevor man die Wanderung in Ruschein beendet, eröffnen sich nochmals Ausblicke ins Tal, wo sich der wilde Rhein windet.
Gemütlicher Aussichtsberg im Appenzellerland Nr. 2318
Urnäsch — Bächli, Dorf • AR

Gemütlicher Aussichtsberg im Appenzellerland

Viel Weitsicht und eine Bergbeiz als Preis für einen nicht allzu anstrengenden Aufstieg? Auf dieser Wanderung geht diese Rechnung auf. Von den mit traditionellen Motiven bemalten Häusern in Urnäsch geht es langsam, aber stetig aufwärts. Man folgt der Wanderlandroute 44, dem Appenzellerweg, erst durchs Dorf, dann an stattlichen Bauernhäusern vorbei und durch schattige Waldstücke. Und schon hat man Aussicht, die im besten Fall vom Alpstein über die Churfirsten bis zur Rigi und zum Pilatus sowie zum Bodensee reicht. Die Berge heben sich mächtig ab von den Appenzeller und Toggenburger Hügelzügen. Ab Tüfenberg folgt man den Wegweisern auf den Hochhamm und steigt hinauf zu ebendiesem. Dort laden Bänkli ein zur Rast, oder man steigt wieder einige Meter ab zum gleichnamigen Bergrestaurant, das vor allem an schönen Wochenenden geöffnet hat. Auf dem Spielplatz des Restaurants steht ein altes Sesseli – es gehörte einst zur Sesselbahn, die von Schönengrund auf den Hochhamm fuhr. Heute ist es eine Schaukel und erlaubt schwungvolle Momente. Über den Bergrücken geht es schliesslich hinunter zum Weiler Bächli, wo der Bus – leider nicht allzu oft – fährt. Die Rückreise also gut planen.
In Basel den Römern auf der Spur Nr. 2352
Basel Dreispitz — Basel SBB • BS

In Basel den Römern auf der Spur

374 n. Chr. taucht der Name Basilia erstmals auf. Der römische Kaiser Valentinian liess in der heutigen Kleinbasler Altstadt ein Munimentum errichten, eine Kleinfestung zur Sicherung der Grenze. Rund um die Rheingasse wurden Gegenstände aus dieser Zeit gefunden, spätrömisches Tafelgeschirr etwa, als «Argonnensigillata» bezeichnete Keramik. Auf der gegenüberliegenden Rheinseite befand sich auf dem Münsterhügel die mit einer Umfassungsmauer geschützte römische Siedlung. Die Wanderung zu den römischen Wurzeln Basels verläuft quer durch die Stadt und beginnt bei den Merian Gärten, einem riesigen Park mit verschiedenen Grünanlagen wie dem Rhododendrontal. Nach dieser farbenprächtigen Oase pulsiert das Leben am St. Jakob-Park. Das grösste Fussballstadion der Schweiz ist Heimat des FC Basel – an den Betonmauern, die man entlang des Flusses Birs passiert, hat manch einer seine Liebe zum Fussballverein verewigt. Die Birs trennt Basel von Birsfelden und den Kanton Basel-Stadt von Basel-Landschaft. Ihr Ufer gestaltet sich überraschend naturnah, manch lauschiger Rastplatz lockt. Am Birsköpfli trifft die Birs auf den Rhein, ihm folgt man bis zur Wettsteinbrücke. Mit bester Aussicht aufs Münster gehts über den Fluss nach Kleinbasel und in die Rheingasse. Die Mittlere Rheinbrücke führt zurück nach Grossbasel zur Schifflände. Unweit des Münsters, dem Wahrzeichen Grossbasels, können Reste der römischen Umfassungsmauer besichtigt werden, bevor es durchs belebte Zentrum via Marktplatz, Barfüsserplatz, Heuwaage und Zoo bis zu den Türen der historischen Markthalle weitergeht. Hier laden Essensstände aus aller Welt zu einem kulinarischen Abschluss der Tour ein. Der Bahnhof SBB ist dann nicht mehr weit. Auf dieser Wanderung empfiehlt es sich, die Route mittels QR-Code auf der Rückseite in der Swisstopo-App anzuzeigen und für die Navigation zu nutzen. Im Farbenmeer der Grossstadt gehen die Wanderwegweiser schnell unter.
Frühlingspfad am St. Alban-Teich in voller Blüte Nr. 2316
Münchenstein — Basel, Kunstmuseum • BS

Frühlingspfad am St. Alban-Teich in voller Blüte

Von Münchenstein geht es entlang des Birsufers los. Bald staut sich die Birs, da sie zur Gewinnung von Elektrizität und zur Speisung des St. Alban-Teichs genutzt wird. Wenn man dem «Dalbedyych» folgt – der Weg ist nicht als Wanderweg markiert –, gelangt man zwischen den Seelein des Parks im Grünen hindurch zum historischen Hofgut Brüglingerhof. Schon bald führt der Uferpfad in die Merian Gärten, wo einen die grösste historische Iris-Sammlung Europas empfängt. In allen Farben leuchten hier die Schwertlilien. Kurz darauf erreicht man den künstlichen Kanal erneut: Vor fast 900 Jahren angelegt, trieb er einst die Mühlen Basels an. Seine Wasserkraft speiste die Papierproduktion und machte die Stadt im 15. Jahrhundert zum Zentrum des frühen Buchdrucks und des Humanismus. Moosbewachsene Ufer-mauern und uralte Bäume säumen den Weg, der im Übrigen laufend naturnaher gestaltet wird. Nach dem Schwarzpark mit seinen Damhirschen erreicht man den historischen Stadtteil Basel St. Alban. Zwi-schen alten Sandsteinmauern verschwindet das Wasser im klappernden Mühlenrad. Hier lässt man die Wanderung am Rhein ausklingen und blickt auf eine abwechslungsreiche Stadtwanderung voller Farben, Düfte und Geschichte zurück.
Auf dem Säumerpfad am Sustenpass Nr. 2351
Gadmen, Saageli — Steingletscher • BE

Auf dem Säumerpfad am Sustenpass

Der Sustenpass ist in der Geschichte nie zu einer wichtigen Handelsroute geworden, auch wenn es solche Pläne durchaus gegeben hat. Anfang des 19. Jahrhunderts wollten Uri und Bern eine sogenannte Kommunikationsstrasse bauen, um den Handel mit Käse zu fördern. Vollendet wurde sie aber nie, weil Grimsel und Gotthard während der Bauzeit plötzlich als wichtiger eingestuft wurden. So wandert man heute auf dem ehemaligen Säumerweg dem Sustenpass entgegen, gut abgeschirmt von der Passstrasse. Von der Bushaltestelle «Gadmen, Saageli» geht es zur Staumauer und dem Steiwasser entlang bis zu einer Brücke und einer Weide. Ab hier folgt man dem Gadmerwasser und überwindet die erste steile Geländestufe hinauf nach Wyssemad. Im Rücken ragen die imposanten Bergspitzen der Gadmerflüö in den Himmel, auf beiden Seiten liegen Wälder. Diese werden immer lichter, und bald erklimmt man über durch Steinmauern befestigte Wege die zweite grössere Geländestufe, an deren Ende es einen Grillplatz hat. Nun erreicht man In Miseren, ein Hochmoor von nationaler Bedeutung. Das Gebiet wurde vom Gletscher geformt, geschliffene Rundhöcker zeugen davon. Unberührte Kleinseen, darum herum wilde Verlandungszonen, grosse Felsbrocken sowie ein lockerer Arvenbestand bilden eine friedliche Szenerie. Der Weg besteht aus grossen Steinplatten, die sich malerisch durch Feuchtgebiete ziehen. Bald ist die Baumgrenze erreicht und damit auf der Alp Steingletscher mit ihrer Käserei auch das Ende der Wanderung. Von dort aus sieht man die 1946 eröffnete Passstrasse gut: Sie wurde für den aufkommenden Automobiltourismus gebaut und verfügte über ein ästhetisches Konzept, damit sie «mit der erhabenen Gebirgslandschaft zur Einheit» werde, wie der leitende Ingenieur damals schrieb. Mit Erfolg: Am Eröffnungstag fuhren bereits 15 000 Autos über die Passstrasse.
Seilbahnen, Bergwiesen und Flechtenwälder Nr. 2350
Schmiedsboden — Niederrickenbach • NW

Seilbahnen, Bergwiesen und Flechtenwälder

Nidwalden ist ein «Seilbähnli»-Eldorado. Knapp zwei Dutzend öffentlich genutzte Kleinseilbahnen gibt es in diesem Kanton. Oft sind sie für Bergbäuerinnen und -bauern die einzige Möglichkeit, Güter und landwirtschaftliche Produkte auf Höfe oder Alpen zu transportieren. Doch auch Wandernde und Ausflugsgäste nutzen die Kleinseilbahnen gern. Die Wanderung startet mit einer kurzen Fahrt in der Vierer-Luftseilbahn von Oberrickenbach zum Hof Schmiedsboden. Von dort führt der Weg zuerst hoch über Alpwiesen bis in den Haldiwald. Immer leicht ansteigend, geht es weiter bis zu Ober Sack, wo sich ein eindrücklicher Blick über das Engelbergertal bietet. Nun verläuft der Weg auf einem Grat dem Waldrand entlang und steigt zuweilen etwas ruppiger an. Nach 300 Höhenmetern ist bei der Alp Gigi der höchste Punkt der Wanderung erreicht. Hier würde auch ein Weg Richtung Haldigrat abzweigen, von wo eine Sesselbahn bis Alpboden kurz vor Niederrickenbach hinunterfährt. Denn der folgende Abstieg hat es in sich: Steil geht es über wunderbar blühende Bergwiesen bis Wasserboden und von dort auf einem Feldweg bis zur Oberst Hütti, einem Hof. Nach einem weiteren Abstieg zur Mittlist Hütti biegt der Weg ein in den Steinalper Wald. Dieses Waldreservat ist ein Paradies für Flechten – über 150 Arten wurden hier schon nachgewiesen. Wer genau hinschaut, entdeckt auf Schritt und Tritt solche Mischwesen aus Pilz und Alge. Sie dekorieren die Baumstämme und Äste mit aparten Mustern in weissen, grauen, braunen oder gar gelblichen Farbtönen. Das Waldstück endet auf dem Alpboden, der Talstation der Haldigrat-Sesselbahn. Von hier aus führt ein asphaltierter Weg flach über Weiden, auf denen einige mächtige Ahornbäume dem Vieh im Sommer Schatten spenden. In Niederrickenbach wartet die Wallfahrtskirche – und gleich dahinter das Pilgerhaus mit seinem empfehlenswerten Kuchenbuffet.
Der Urnersee – da wandern, wo andere malten Nr. 2349
Sisikon — Flüelen, Gruonbach • UR

Der Urnersee – da wandern, wo andere malten

Der Urnersee hat schon viele Künstler und Künstlerinnen inspiriert – insbesondere die Landschaftsmaler des 19. Jahrhunderts wie den Genfer Alexandre Calame oder den Briten William Turner. Auf der Wanderung kommt man in den Genuss dieses von steilen Bergflanken eingeschlossenen türkisblauen Beckens – zuerst aus nächster Nähe, später dank Tiefblicken. Die Tour startet beim Bahnhof Sisikon und verlangt im ersten Abschnitt etwas Toleranz: Der Wanderweg verläuft auf Hartbelag, und der Verkehr der Axenstrasse braust an einem vorbei. Zum Glück nur für wenige Meter: Während die Autos im Buggitaltunnel verschwinden, führt die Route rechts davon um den Berg herum. In den Fels gehauene Fussgängertunnel und der Blick auf den Oberbauenstock und den Niderbauen Chulm machen diesen Abschnitt reizvoll. Nach der Buggitalgalerie windet sich der Weg in Serpentinen ans Seeufer hinunter. Dort reiht sich ein lauschiges Plätzchen ans andere. Dazu erfreuen Ausblicke auf den Urnersee mit Gitschen, Uri Rotstock und Schlieren im Hintergrund. Schliesslich erreicht man das Seebeizli bei der Schiffstation Tellsplatte. Nur wenige Meter weiter befindet sich die Tellskapelle, wo einst Wilhelm Tell vor Gessler geflohen sein soll. Vorbei am Glockenspiel, das tagsüber ab 9 Uhr jeweils die ersten zehn Minuten jeder Stunde spielt, befindet man sich bald auf der Tellsplatte. Etwas versteckt hinter einem Gebäude beginnt der Bergwanderweg Richtung Unter Axen. Es ist ein steiler, schattiger Pfad, der über weichen Waldboden führt. Ziel der Wanderung ist das Restaurant Ober Axen, wo währschafte Gerichte serviert werden. Für den Rückweg nimmt man die kleine Seilbahn für vier Personen (Reservierung empfohlen). Während der Talfahrt nach «Flüelen, Gruonbach» schweift der Blick nochmals über den Urnersee, auf dem nun Segel und Surfbretter im Gegenlicht tanzen – ein stimmungsvoller Abschluss dieser abwechslungsreichen Tour.
Am Ufer der naturbelassenen Reuss Nr. 2317
Mellingen Heitersberg — Birmenstorf AG, Strählgass • AG

Am Ufer der naturbelassenen Reuss

Diese Wanderung für Gross und Klein führt durch eine der attraktivsten und naturbelassensten Flusslandschaften des Mittellandes. Mit etwas Glück kann man Kormorane beim Flügeltrocknen beobachten und entdeckt Nagespuren der aktiven Biberfamilie. Nach Ankunft am Bahnhof Mellingen Heitersberg gelangt man schon bald ans idyllische Reussufer. Im Sommer treiben Gummiboote flussabwärts, und eine Vielzahl von Sandsträndchen und Feuerstellen lädt zum Baden und Verweilen ein. Begleitet vom Rauschen und Gurgeln des Wassers führt ein schmaler Pfad durch das Reussuferschutzgebiet. In dieser intakten Natur fühlt man sich weitab von der Zivilisation. Während man Feuchtgebiete mit Schachtelhalmwäldchen, Kiesbänke und das Eichenwaldreservat von Mellingen passiert, bietet der Uferweg immer wieder neue und abwechslungsreiche Perspektiven auf die dynamische und naturbelassene Flusslandschaft. Auf halber Strecke, kurz vor dem Chlusgrabe, der über einen Steg gequert wird, gelangt man auf eine Forststrasse, und der Wald lichtet sich. Bald passiert man die Lindmüli und das dazugehörige Naturschutzgebiet mit sichtbaren Revitalisierungsmassnahmen und erreicht kurz darauf das Ziel in Birmenstorf.
Dem Lauf des Tabeillon entlang Nr. 2348
Glovelier — Pré-Petitjean • JU

Dem Lauf des Tabeillon entlang

Der Streifzug durch die jurassischen Freiberge wird begleitet vom sanften Murmeln des Tabeillon, dem die Route von Glovelier bis nach Le Prépetitjean zu weiten Teilen folgt. Am Dorfausgang geht der Asphalt in einen breiten Naturweg über, der immer wieder durch schattige Waldstücke führt. Der Aufstieg ist sanft und kaum wahrnehmbar. Die erste, keine besonderen Anforderungen stellende Hälfte der Wanderung ist geprägt von der Ruhe der Landschaft und den Düften der Natur. Unterwegs lassen sich Glockenblumen entdecken und hier und da ein paar Walderdbeeren pflücken. Spektakulärer wird es auf dem nächsten Abschnitt. Zwischen Côte du Droit und Envers de Bollement taucht der Weg in eine Schlucht, die von einer alten Mühle bewacht wird. Wieso hier eine Mühle steht? Das wird bald klar, stösst man doch einige Hundert Meter weiter auf ein altes Schaufelrad und den malerischen Etang de Bollement. Lehrtafeln erläutern, dass dieser künstliche Weiher, angelegt im 16. Jahrhundert, einst wertvolle Wasserkraft für die Verarbeitung von Holz und Getreide lieferte. Flussabwärts standen damals mehrere Schaufelräder, die Sägewerke und Kornmühlen antrieben. Etwas weiter erzählt der Etang du Plain de Saigne eine ähnliche Geschichte. Zwar werden diese Gewässer heute nicht mehr industriell genutzt, doch dafür bewahren sie einen grossen ökologischen Wert, eingebettet in eine Landschaft, die wesentlich zum Reiz dieser Route beiträgt. Die letzten Kilometer über für die Freiberge typische Wytweiden bilden den beschaulichen Abschluss der Wanderung, die am kleinen Bahnhof von Le Prépetitjean endet.
Erfrischende Wanderung entlang des Doubs Nr. 2315
St-Ursanne, gare — Soubey, village • JU

Erfrischende Wanderung entlang des Doubs

Wer einmal am Doubs war, versteht, warum dieser Fluss Maler wie Charles L’ Eplattenier oder Émile Isenbart inspiriert hat. Die Wanderung folgt dem geschwungenen Lauf des Gewässers flussaufwärts, eingebettet in dichte Wälder, vorbei an steilen Kalkfelsen und sanften Wiesenhängen. Der Start in St-Ursanne mit seinen mittelalterlichen Gassen wirkt wie eine Reise in eine längst vergangene Zeit. Über die steinerne Brücke geht es ans gegenüberliegende Flussufer. Der Wanderweg Richtung Tariche schlängelt sich meist direkt oder nahe dem Ufer entlang, mal ist es schattig unter Buchen und Tannen, mal offen mit Blick auf das smaragdgrüne Wasser und saftige Wiesen. Immer wieder begegnet man stillen Buchten, in denen der Doubs fast unbewegt scheint. Die weitere Wanderung Richtung Chervillers wird begleitet vom leisen, meditativen Rauschen des Flusses. Eine Stahlbrücke führt kurz vor Chervillers von der rechten Flussseite auf die linke Seite. In Soubey, einem Dorf mit typischem Juracharakter, lässt es sich zum Abschluss angenehm verweilen – zum Beispiel bei einem feinen veganen Gericht im Restaurant du Cerf.
Vielfältige Wege an der Grand Bisse de Lens Nr. 2347
Icogne, Les Vernasses — Chermignon, Diogne • VS

Vielfältige Wege an der Grand Bisse de Lens

Im Wallis sind heute noch etwa 300 Suonen in Betrieb. Viele dieser traditionellen Bewässerungskanäle wurden im Mittelalter angelegt, so auch die Grand Bisse de Lens. Dieser Wasserlauf ist ein gutes Beispiel für die verschiedenen Funktionen der Suonen in der Neuzeit, namentlich für die Landwirtschaft, das Kulturerbe und den Tourismus. Auch Wandernden hat die Grand Bisse de Lens eine erstaunlich vielfältige Palette von Erlebnissen zu bieten. Los geht die Wanderung bei der Bushaltestelle «Icogne, Les Vernasses». Zu Beginn schlängelt sich die Route auf einem idyllischen, mit Wurzeln gespickten Weg durch die üppige Vegetation. Hier gilt es, sich nicht die Zehen zu stossen – vor allem, wenn man vielleicht gerade auf ein spannendes Bötchenrennen auf der Suone konzentriert ist … Nach etwa einer halben Stunde ist der technisch anspruchsvollste und spektakulärste Teil der Wanderung erreicht: das sich an die Felswand klammernde Aquädukt, flankiert von einem steilen und luftigen, weiss-rot-weiss markierten Pfad. Zwar ist die Passage mit Geländern und Seilen gesichert, erfordert aber dennoch Trittsicherheit. Wer für diesen Abschnitt etwas Mut aufbringen musste, wird dafür beim Punkt 1029 belohnt. Hier, wo die Suone einen Knick macht, laden Sitzbänke dazu ein, eine wohlverdiente Pause einzulegen und den Panoramablick aufs Rhonetal zu geniessen. Für Letzteres steht auch ein Hightech-Aussichtsfernrohr mit Angaben zu den umliegenden Gipfeln bereit. Beschaulich geht es danach weiter in Richtung Chermignon-d’en-Bas, mal unter freiem Himmel, mal im Schatten der Bäume. Immer wieder bieten sich vom Pfad aus schöne Ausblicke auf die Ebene, durch die sich die Rhone wie eine riesige Version einer Suone zieht. Mit leichtem Bedauern lässt man den ruhigen Wasserlauf hinter sich und absolviert die letzten Meter bis zur Bushaltestelle «Chermignon, Diogne» an der lärmigen Kantonsstrasse.
Gipfelglück im Entlebuch Nr. 2314
Flühli LU, Post — Escholzmatt • LU

Gipfelglück im Entlebuch

Diese Wanderung führt durch das UNESCO-Biosphärenreservat Entlebuch und ist ideal für alle, die die charakteristische Landschaft mit ihren Mooren, Wäldern und Weiden entdecken möchten. Ausgangspunkt ist Flühli, dessen markantes historisches Hotel mit imposantem Bogendach nicht zu übersehen ist. Der Glasermeister Leo Enzmann erkannte 1899 die Bedeutung des Fremdenverkehrs und verwandelte das bescheidene Wirtshaus in ein stattliches Kurhaus – ein glanzvolles Zeugnis der Belle Époque im Schweizer Baustil. Es hat sein Äusseres bis heute kaum verändert und erinnert noch immer an jene Zeiten, als die Gäste in Postkutschen zur Bäderkur anreisten. Von Flühli folgt der Weg dem Lauf der Waldemme, bevor er bei Schintmoos nach Westen abzweigt und allmählich an Höhe gewinnt. Immer wieder bieten sich schöne Ausblicke auf umliegende Hügel und weite, von Streusiedlungen durchzogene Wiesen. Ein letzter steiler Anstieg führt schliesslich hinauf zum Sattel. Wer möchte, steigt von hier direkt nach Escholzmatt ab und spart so 40 Minuten. Viel lohnender ist es jedoch, das Gipfelglück via Beichlen zu verlängern und die Weitsicht in die Berner- und Zentralschweizer Alpen, über das Emmental bis hin zum Chasseral zu geniessen.
Zum Lago Vago, dem türkisfarbenen Bergsee Nr. 2346
Forcola di Livigno • GR

Zum Lago Vago, dem türkisfarbenen Bergsee

Rundum ein Augenschmaus, dazu noch eine abwechslungsreiche und spannende Wegführung – das verspricht diese Gipfeltour. Am besten wählt man einen sonnigen Tag, denn erst dann kommen die Farben des Sees und des Gesteins so richtig zur Geltung. Bis zum Lago Vago ist es eine leichte Bergwanderung, auch noch bis zum Gratansatz. Wer weiter will, benötigt einen sicheren Tritt und Schwindelfreiheit. Zwar bewegt man sich am Gipfelkamm meist durch Gehgelände, doch recht exponiert, hie und da müssen die Hände eingesetzt werden. Die Wanderung beginnt auf dem Forcola di Livigno und folgt zunächst der Grenzlinie zwischen dem Engadin und dem Veltlin. Am Grenzstein auf der Passhöhe biegt man in den Pfad südöstlich bergwärts, vorbei an der Madonna delle Acque, ins Val Orsera. Bei P. 2461 – nun schon in Italien – gabelt sich der Weg und man biegt links ab. Al Vach und Lach dal Vach steht auf den Wegweisern, Monte Vago und Lago Vago im lokalen Dialekt. Vach vom lateinischen vacuum, also «leer», bezeichnet das öde und unbewirtschaftete Gelände, das das Gebiet des Monte Vago charakterisiert. Der italienisierte Name Vago steht für «instabil», wie ein Grossteil der Hänge hier. Nach einem steilen Aufstieg schlängelt sich die Route nordöstlich zum Kar des Monte Vago, in das sich der See bettet. Viele wollen der leuchtenden Perle nahe sein, das zeigt ein Trampelpfad ans Ufer hinunter. Der offizielle Wanderweg führt oberhalb des Sees durch Blockwerk zum Gratansatz des Monte Vago bei P. 2906. Nun geht es rechts der felsigen Kammschneide und den rot-weiss-roten Markierungen nach auf den Gipfel, wo man sich ins Gipfelbuch eintragen kann. Traumhaft die Rundschau: die Berninagruppe, das Hochtal von Livigno, Ortler und Königsspitze stechen hervor. Auf dem gleichen Weg kehrt man zurück. Früher konnte auf dem Forcola di Livigno auch übernachtet werden, das ist seit einigen Jahren leider nicht mehr möglich.
Durch die kühle Cholereschlucht Nr. 2313
Hünibach, Seematte — Steffisburg, Bösbach • BE

Durch die kühle Cholereschlucht

Der Startpunkt dieser abwechslungsreichen Wanderung liegt in Hünibach. Von dort führt der Weg zunächst durch ein kleines Wäldchen in Richtung Cholereschlucht. Kaum betritt man den Eingang zur Schlucht, sorgt ein frischer Luftzug für Abkühlung – eine Wohltat, besonders an warmen Sommertagen. Die Cholereschlucht begeistert mit ihren rauschenden Wasserfällen, den sprudelnden Bächlein und der beinahe exotisch anmutenden Kulisse. Der teilweise steile Aufstieg fällt dank des kühlen Klimas und der eindrucksvollen Natur leichter. Unterwegs laden mehrere Rastplätze ein, kurz innezuhalten und die besondere Atmosphäre auf sich wirken zu lassen. Nach dem Anstieg gelangt man über eine Strassenquerung ins idyllische Dorf Goldiwil. Von hier aus beginnt der Abstieg in Richtung Steffisburg. Der Weg führt abwechslungsreich vorbei an grünen Wiesen, traditionellen Bauernhöfen und durch schattige Waldstücke, bevor er über befestigte Wege direkt zur Busstation in Steffisburg hinabführt. Diese Tour ist besonders an heissen Tagen ein Genuss: Die kühle Brise in der Cholereschlucht und die landschaftliche Vielfalt machen sie zu einem Erlebnis für Gross und Klein.
Die kontinentale Wasserscheide in Uri Nr. 2345
Furka Passhöhe — Realp • UR

Die kontinentale Wasserscheide in Uri

Es gibt weltweit nur wenige Punkte, von denen das Wasser in drei verschiedene Meere abfliesst. Einer davon liegt im Gotthardmassiv auf 3025 Metern über Meer, weit oberhalb der Rotondohütte SAC, an der Grenze der Kantone Uri, Wallis und Tessin. Fällt hier Regen, gelangt er entweder in die Adria, ins Mittelmeer oder in die Nordsee. Dreifache kontinentale Wasserscheide nennt sich ein solcher Punkt im Fachjargon. Auf einer zweitägigen Wanderung kann man diesen speziellen Ort erkunden – und noch viel mehr. Ausgangspunkt ist der Furkapass. Von der Postautohaltestelle führt der Wanderweg südostwärts in Richtung Rotondohütte. Viele Zwischenziele, an denen man sich orientieren könnte, gibt es unterwegs nicht. Durch eine karge Landschaft mit vielen Bächen und kleinen Seen und einigen steilen Alpweiden mit Rindern und Yaks geht es in stetigem Auf und Ab der SAC-Hütte auf 2573 Metern Höhe entgegen. Am zweiten Tag steht ein steiler Aufstieg via die Seen des Witenwasserengletschers zum Hüenderstock bevor. Schon dieser Punkt ist magisch: Nach Schatten, Eis und Fels lockt plötzlich das warme Licht des Südens und der Ausblick ins Val Bedretto. Ab hier ist der Weg bis zur Wasserscheide weiss-blau-weiss markiert, er ist aber gut ausgebaut und für trittsichere und schwindelfreie Wandernde gut zu meistern. Eine Metallpyramide kennzeichnet schliesslich das Ziel. Zurück geht es wieder über den Hüenderstock immer dem Grat entlang zum Hüendersattel und dann hinunter bis auf die riesige Schwemmebene Im Tälli unterhalb der Rotondohütte. Wer einen Tag länger Zeit hat, kann nochmals in der Hütte übernachten. Alle anderen steigen zur Alp Oberstafel ab, wo der Wanderweg ins Tal der Witenwasserenreuss mündet. Dieses führt bis nach Realp, von wo ein Zug ins Goms oder nach Andermatt fährt.
Suone und Panorama am Foggenhorn Nr. 2312
Belalp • VS

Suone und Panorama am Foggenhorn

Während der Wanderung auf das Foggenhorn kommen Liebhaber von Suonen genauso auf ihre Kosten wie Gipfelstürmerinnen. Wer an den Chalets, Berghütten und Sportbahnen auf der Belalp vorbeigewandert ist, erreicht nach rund zwei Kilometern die Suone Nessjeri. Diese stammt aus dem 15. Jahrhundert und führt auf über 2000 m. ü. M noch heute oft Wasser. Während die Suone hier vor sich hin plätschert und dort gurgelnd verschwindet, öffnet sich das Tal mit jedem Schritt ein bisschen mehr. Die Aussicht reicht vom Furkapass zum Matterhorn und vom Monte Leone bis zum Geisshorn. Nach rund eineinhalb Stunden zweigt der Bergwanderweg rechts ab und überquert die Suone, um fortan steiler Richtung Foggenhorn anzusteigen. In engen Kehren führt der schön und angenehm angelegte Weg schweisstreibend auf den Gipfel. Hier schlägt einem das Herz höher, ob vom Aufstieg oder von der Aussicht. Nach einem kurzen Abstieg wartet noch einmal ein kurzer Gegenanstieg entlang des Bälgrats, bevor der Abstieg zur Belalp hinunter steiler wird. Mit ein bisschen Glück bewältigt man ihn gemeinsam mit dem Wappentier der Belalp – der Schwarzhalsziege.
Auf einsamen Jurahöhen bei St-Ursanne Nr. 2344
St-Ursanne, gare • JU

Auf einsamen Jurahöhen bei St-Ursanne

St-Ursanne, das mittelalterliche Städtchen am Doubs im Kanton Jura, besticht durch seine gut erhaltene Altstadt und die ruhige Lage zwischen Fluss und Felsen. Doch hinter der idyllischen Fassade verbirgt sich ein düsteres Kapitel: Wie vielerorts in Europa kam es auch in diesem abgelegenen Juratal im 16. und 17. Jahrhundert zu Hexenverfolgungen. Kurz nach dem Start am Bahnhof Richtung Westen biegt der Wanderweg rechts ab und führt auf einem waldigen Skulpturenweg den Hang hinauf. Die Luft ist frisch, Vögel zwitschern, und Schmetterlinge flattern umher. Ein steiler Aufstieg zum Bauernhof Outremont folgt, wo man sich im Hoflädeli mit Spezialitäten eindecken kann. Nach einem weiteren Anstieg ist die Anhöhe über Outremont erreicht. Auf einer Krete führt der Höhenweg nordöstlich durch einen lichten, verträumten Wald. Zur Linken fällt der Blick auf die grüne Ajoie und das benachbarte Frankreich mit den Vogesen. Zur Rechten eröffnet sich ein fantastischer Panoramablick auf die Clos du Doubs, den Chasseral und die Berner Alpen. Schliesslich biegt der Wanderweg in einem rechten Winkel ab und führt über eine Juraweide hinunter zum Hof Montgremay. Die Abzweigung ist signalisiert, aber die Wegspur nur schwer erkennbar. Bei Les Malettes verläuft der Weg kurzzeitig entlang der Passstrasse, und es ist etwas Vorsicht vor dem Verkehr geboten. Wenig später, bei La Caquerelle, bietet sich ein Zwischenstopp im Restaurant an, bevor es über Wiesen und Weiden sanft den Hügel hinuntergeht. Wieder im Tal unten angekommen, findet man sich plötzlich der Autobahneinfahrt von St-Ursanne gegenüber. Ein kurzer, lauter Abschnitt, bevor die Wanderung mit dem imposanten Eisenbahnviadukt Combe Maran, der lauschigen Flusslandschaft und dem etwas weiter flussabwärts gelegenen Altstädtchen nochmals einige Höhepunkte liefert.
Alpine Rundwanderung im Herzen des Glarnerlandes Nr. 2343
Mettmen • GL

Alpine Rundwanderung im Herzen des Glarnerlandes

Zwischen den beiden Glarner Haupttälern, die von Schwanden Richtung Linthal und Elm ziehen, liegt eine fein ziselierte Berglandschaft mit dem Gross Kärpf (2794 m) als höchstem Gipfel. Zusammen mit der Matzlenstock- und der Gandstockkette bildet sich eine grosse, u-förmige Gipfelkette um den Stausee Garichti im Herzen des Gebietes. Das Gebiet ist das älteste erhaltene Wildschutzgebiet in Europa und wurde besonders zum Schutz von Gämsen, Rothirschen und Steinböcken eingerichtet. Weniger bekannt ist, dass es auch für Kreuzottern gute Lebensräume bietet. Die Tiere brauchen sowohl Höhlen und Spalten als Versteck als auch ein gutes Angebot von kleinen Nagern als Beute. Beides finden sie an Plätzen mit reichlich Steinen und einer guten Kraut- und Strauchschicht. Eine lohnende, etwa dreieinhalbstündige Rundwanderung führt in einem grossen Bogen von der Bergstation Mettmen zum Seebödeli, unter dem Gandstock durch und zurück zum Ausgangspunkt. Die Route verläuft meistens durch locker mit Bäumen oder Wäldchen durchsetzte Alpweiden und in den höheren Bereichen durch freie Wiesen und Weiden; damit hat man fast immer einen tollen Blick hinüber zum Glärnisch oder südlich ins Kärpf-Gebiet und weiter in die Glarner Alpen bis zum Tödi. Ein wunderbares Pausenplätzchen bietet sich beim Seebödeli, beim nördlichsten Punkt der Wanderung, an; hier öffnet sich der Blick auch kurz nach Norden und Osten Richtung Schilt und Spitzmeilen. Die Traverse unter dem Gandstock ist eine weiss-blaue-weisse, alpine Route. Der Weg ist manchmal nicht sichtbar, und im Gebiet Breitrus geht es durch steile Abhänge – die Route sollte man nur bei trockenen Bedingungen angehen. Kurz vor Widerstein steht ein hölzerner Wildbeobachtungsturm, dann geht es hinab zum Stausee Garichti und zurück zur Bergstation der Luftseilbahn.
Von der Schweibenalp dem Wasser folgend Nr. 2342
Brienzerberg, Bramisegg — Iseltwald, Dorfplatz • BE

Von der Schweibenalp dem Wasser folgend

Eine Alp, die schon die Druiden als Kraftplatz ehrten; ein magischer Wasserfall, dem man nicht nur hautnah folgt, hinter dessen Vorhang man auch durchschlüpfen kann; ein Hotel, das wie ein Märchenschloss aussieht; ein verwunschener Uferweg, der durch einen der letzten Urwälder der Schweiz führt; intime Badeplätze am türkis leuchtenden Brienzersee – diese Wanderung strotzt vor Höhepunkten, konfrontiert zwischendurch aber auch mit Übertourismus, zum Glück aber nur an ein paar Punkten wie rund um das Grandhotel Giessbach, bei der Standseilbahn und an der Schifflände von Iseltwald. Dazwischen ist man oft einsam auf den Pfaden unterwegs. Von der Postautohaltestelle Bramisegg erreicht man über ein in den Fels gehauenes Zufahrtssträsschen südwestlich durch die Giessbachschlucht in nur einer Viertelstunde die Schweibenalp, wo der Permakultur-Erlebnispfad in einen nachahmenswerten Kosmos entführt. Faszinierend auch das Wildbienenbiotop, das in den letzten zwei Jahren entstand. Viele Wild- und Nutzpflanzen sind darauf angewiesen, dass sie von bestäubenden Insekten besucht werden, um überhaupt Samen und Früchte ausbilden zu können. Eine wichtige Rolle unter den Bestäubern nehmen die Honig- und Wildbienen ein. Kaum vorstellbar, dass es an die 700 verschiedene Arten allein in der Schweiz geben soll – solange man ihnen nicht die Lebensgrundlage nimmt. Einmal im Monat finden auf der Schweibenalp Führungen statt, bei denen man viel Hintergrundwissen erfährt. Beim Haupthaus gibt ein gelber Wegweiser die Richtung vor. Ein steiler Pfad windet sich entlang der Wasserfallstufen durch die Giessbachschlucht zum Grandhotel hinunter, wo man entweder mit der historischen Standseilbahn oder über den Wanderweg den Brienzersee erreicht. Weiter geht es auf dem Uferpfad nach Iseltwald.
Durch Champérys Felsenkessel zur Cantine Nr. 2341
Champéry, Grand-Paradis — Champéry, Barme • VS

Durch Champérys Felsenkessel zur Cantine

Diese Wanderung verläuft zum grossen Teil entlang eines imposanten Felsenkessels zwischen den Dents du Midi und den Dents Blanches. Die Wände sind hoch und steil, mehrere Wasserfälle sprudeln mächtig von ihnen auf die grüne Alp herunter. Doch erst muss man sich dieses Naturspektakel etwas erarbeiten. Vom Bahnhof in Champéry wandert man runter nach Les Couailles – oder man nimmt das Touristenbähnli, die Navette, nach Le Grand-Paradis. Dann beginnt der Aufstieg, der aber schon nach einigen Höhenmetern durch die Cascade de la Saufla unterbrochen wird: Bevor der Weg den Bach quert, führt ein kleiner Weg rechterhand zum Wasserfall – der kurze Abstecher lohnt sich. Durch den Wald arbeiten sich die Wandernden anschliessend immer höher, bis sie auf eine Alp kommen. Nun kommt der eingangs erwähnte Abschnitt, der mehrere grosse Bäche quert – einen davon über die Hängebrücke Belle Étoile. Ausgangs des Felsenkessels lohnt sich dann ein Halt im Refuge de Bonavau – nicht nur wegen der Früchtekuchen. Nun steht ein erneuter Anstieg an. Auf dem Bergrücken angelangt, gibt es einen Abstecher zum kleinen Gipfel Signal de Bonavau. Der Blick reicht – an den Dents du Midi vorbei – bis ins Rhonetal. Fortan geht es fast nur noch bergab über Schafweiden und durch Wald. Bis die Ebene von Barme erreicht ist: Dort warten zwei Cantines auf die Wandernden. Es sind ehemalige Alpen, die durchs Aufkommen des Tourismus im 19. und 20. Jahrhundert zu kleinen Restaurants umgebaut worden sind – und heute noch Feines auf den Tisch zaubern. Man ist nicht allein, fährt doch eine Navette von Champéry nach Barme und zurück. Zudem ist es auch mit dem Auto erreichbar. Das tut der Schönheit des Fleckchens aber keinen Abbruch.
Schaukelerlebnis über dem Ceneritunnel Nr. 2340
Isone, Paese — S. Antonino, Paese • TI

Schaukelerlebnis über dem Ceneritunnel

Was für ein Gefühl, auf einer grossen Schaukel hin- und herzuschwingen und den Lago Maggiore, die Magadinoebene und Bellinzona zu Füssen zu haben. Das spektakulär-luftige Erlebnis gibt es auf dem Gipfel des Mattro, eines unscheinbaren Bergs über dem Ceneri-Basistunnel. Für den Adrenalinkick nimmt man einiges an Höhenmetern auf sich. Zudem ist der Pfad auf den Gipfel nicht markiert und erfordert Schwindelfreiheit und sicheren Tritt. Die Wanderung beginnt im hübschen Dorf Isone. Durch Buchen- und Kastanienwälder gelangt man in moderater Steigung zur Alp Pedrinasco. Etwa eine Viertelstunde nach der Alp weist ein markierter Stein den Weg auf den Mattro. Erst hier verlässt man den signalisierten Wanderweg. Das weisse Abzweigerschild mit der Schaukel bei der Alp Pedrinasco wird ignoriert, dieser Weg führt nicht ans Ziel. Hat man den Mattro geschafft, geht es an den Abstieg nach S. Antonino – mit eindrücklichem Tiefblick aufs Wirrwarr aus Strassen und Schienen, wo hinter Bellinzona die Züge im Ceneri-Basistunnel verschwinden und die Autos sich auf der Passautobahn drängen. Nach Cima di Dentro ist der Wald erneut treuer Begleiter, manch knorrige Kastanie säumt den Weg. Beim Punkt 576 / Monte dei Pedrelli wartet der zweite Leckerbissen des Tages. Ein Abstecher auf der Waldstrasse Richtung Pianaccio führt zum Arboreto Copera. Die nicht öffentlich zugängliche forstliche Versuchsfläche Copera wurde in den 1950er-Jahren mit 71 Baumarten bepflanzt, davon 49 exotischen. Es ging darum, herauszufinden, welche Arten sich als Alternative zur Kastanie eignen könnten, die damals von Kastanienrindenkrebs befallen war und deren Aussterben man befürchtete. Die Krankheit war weniger aggressiv als angenommen, die Tessiner Kastanien haben überlebt. Auf dem Arboreto Copera – einem Lehrpfad – kann man die Bäume aus dem Versuchsprojekt kennenlernen. Befindet man sich wieder auf dem Wanderweg, steigt dieser durch den Wald nochmals ordentlich bergab. Nimmt der Lärm der Autobahn überhand, ist das Ziel nicht mehr weit.
Vom Pischahorn ins Unterengadin in zwei Tagen Nr. 2337
Davos Laret — Lavin • GR

Vom Pischahorn ins Unterengadin in zwei Tagen

Das Pischahorn erhebt sich mehr als 1300 Meter über den Vereinatunnel und liegt etwa in der Mitte zwischen dem Weissfluhjoch und dem Piz Buin. Es verpasst zwar die 3000er-Marke knapp, bietet mit seiner freien Lage aber eine atemberaubende Rundsicht über die Gipfel um Davos und das Unterengadin. Und an Tagen mit klarer Sicht sind sogar der Ortler (3905 m) und der Piz Bernina (4048 m) im Süden und Südwesten auszumachen. Der Aufstieg von Davos Laret durch das Mönchalptal ist mit fast 1600 Höhenmetern recht anstrengend. Da lohnt sich ein früher Start, und hilfreich ist zudem, dass es kontinuierlich und fast durchgehend sanft bergauf geht. Auf etwa 2500 Metern liegt ein paar Hundert Meter rechts des Weges der herzförmige, türkis leuchtende Pischasee. Der Aufstieg ist durchgehend weiss-rot-weiss markiert; auf dem Gipfelgrat führt ein kurzer Abschnitt über einen ausgehauenen Weg in einer steilen Felswand, er ist aber bestens mit einem Halteseil gesichert. Vom Hafentälligletscher in den Nordhängen des Pischahorns ist in der Zwischenzeit leider nichts mehr zu sehen. Der Abstieg nach Säss und Vereina führt über unschwieriges Geröll, Felsplatten und schliesslich über Alpweiden. Das Berghaus Vereina sitzt wunderschön auf einer kleinen Schulter beim Zusammentreffen des Vereina-, des Vernela- und des Süser Tals. Der zweite Tag bringt nur noch einen Aufstieg von 650 Metern hoch zum Vereinapass mit sich. Besonders eindrücklich ist die karge Felslandschaft auf dem Pass, und in zwei kristallklaren Seen spiegelt sich die mächtige Pyramide des 3410 Meter hohen Piz Linard, des höchsten Berges des Unterengadins. Der Abstieg durch das Val Sagliains führt im oberen Teil durch felsdurchsetzte Alpweiden; weiter unten ist der Weg oft rumplig und uneben, sodass man nicht wie gewohnt vorwärtskommt. Vorbei an der Umsteigestation Sagliains (kein Zugang für Wandernde) geht es schliesslich zum Bahnhof in Lavin.