Binn
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Das Binntal, ganz oben im Wallis und gut versteckt hinter einer dunklen Eingangsschlucht, hat keinen Namen von Weltruf, hat weder schicke Resorts, grandiose Gletscher noch imposante Viertausender. Trotzdem finden sich in diesem wenig bekannten Tal erstaunlich viele kleine Juwelen. Und das kann man durchaus auch buchstäblich verstehen. In der weltbekannten Grube Lengenbach bei Fäld wird seit fast 300 Jahren im schneeweissen Dolomit nach seltenen Kristallen gesucht. Über zwanzig Mineralienarten wurden seither nur hier und nirgends anders auf der Welt gefunden. Dazu gehören der Baumhauerit und der Hutchinsonit, aber auch Mineralien mit "einheimischeren" Namen wie etwa Wallisit und Binnit. Zwar sind die besten Fundstellen tief im Berg nur den Wissenschaftlern zugänglich, aber auch kleine und grosse Steineklopfer können auf der Halde vor dem Stollen funkelnde Schätze finden, und so manche junge Strahlerkarriere hat hier auf einem Familienausflug ihren Anfang genommen.Die Grube liegt am Weg zum Mässersee, ein ideales Ziel für eine abwechslungsreiche Tageswanderung. Der See entspricht ganz dem Bild des idyllischen Bergsees, gesäumt von einigen alten Bäumen, mit einer kleinen Alphütte und bewacht vom dunklen Massiv des Schwarzhorns. Im Norden reicht dabei der Ausblick bis zu den Eisriesen im Aletschgebiet. Auch Blumenfreunde kommen hier auf ihre Rechnung, gedeihen im Binntal doch nicht weniger als 700 Pflanzenarten, darunter 14 Enziane und acht Arten von Knabenkräutern. Auch der Türkenbund hat hier noch einen Lebensraum, und als grosse botanische Exklusivität der Apulische Mohn. Schliesslich kann man mit Geduld und etwas Glück auch Wild beobachten. Am ehesten sind Gämsen in den Flanken des Stockhorns auszumachen, und manchmal steigen sie bis zum Maniboden ab.