Escursionismo nella Svizzera occidentale • Sentieri Svizzeri

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Südliche Wege von Aigle nach Bex Nr. 1328
Aigle — Le Bévieux • VD

Südliche Wege von Aigle nach Bex

Der Sentier des vignes führt durch die Rebberge des Chablais. Das ist die Region am Genfersee, welche die Zipfel von zwei Ländern und von zwei Kantonen umfasst. Das Chablais nämlich, das sind einerseits die savoyardischen Berge im Süden des Genfersees, dann aber auch das Gebiet um Monthey im Wallis sowie das Gebiet um Aigle und Bex im Kanton Waadt. «Chablais», das ist aber auch die Bezeichnung für einen ganz ausgezeichneten Wein, der in dieser Region gekeltert wird. Der Grund für dessen Qualität sind die an Mineralien reichen Böden. In Yvorne zum Beispiel hat der Bergsturz aus dem Jahr 1584 dem Boden seine besondere Qualität verliehen. Anderswo sind es die Moränen der Gletscher oder die Murgänge aus den Bergen nördlich von Aigle und Bex, und entlang der Talebene ist es das Geschiebe der Rhone. Auch das Klima trägt das Seine zum guten Wein bei. Die Weinberge sind nach Südwest exponiert. Das lässt, auch mithilfe des warmen Föhns, die Trauben ausgezeichnet reifen. Das warme Klima bekommt man auch auf dieser Wanderung zu spüren. Diese Wanderung ist ein Teil des Sentier des vignes. Vom Bahnhof führt der Weg zum Schloss Aigle, dann in den Wald und kreuzt kurz darauf die Schienen, auf denen der Zug nach Les Diablerets hochfährt. Einen Moment folgt er nun dem Sentier de Provence. Und tatsächlich ist es wunderbar mild und warm, wie im Süden. Nicht umsonst wachsen in diesem Wald Föhre, Eibe und Stechpalme. Kurz nach Ollon geht es wieder in den Wald zum Weiler Antagnes und von da weiter über Weinberge an die Gryonne. Ein letzter kurzer Aufstieg führt zu den Salzminen von Bex mit dem riesigen unterirdischen Labyrinth (für einen Besuch genug Zeit einrechnen). Über den Weiler Le Fenalet und die Weinberge bei Le Chêne erreicht man die Bahnstation Le Bévieux. Wer unterwegs einkehren und ein Glas Rot- oder Weisswein, also Pinot Noir oder Chasselas aus der Region, kosten will, kann dies in Aigle, Ollon, Le Bouillet oder in Bex tun.
Feine Entdeckungen bei Diablerets Nr. 1322
Col du Pillon — Les Diablerets • VD

Feine Entdeckungen bei Diablerets

Dieser Spaziergang führt zu zwei feinen, kleinen Attraktionen, die – etwas unbeachtet unterhalb des bekannten Glacier 3000 liegend – eine Wanderung wert sind. Gleich zu Beginn erreicht man den Cascade du Dar: Der Dar stürzt hier über zwei Stufen von 72 beziehungsweise 79 Metern hinunter ins Tal. Beide Wasserfälle können auf Wanderwegen erkundet werden, der eine von oben, der andere von unten. Die untere Kaskade ist eine Viertelstunde vom Col du Pillon entfernt. Bei der Postautostation folgt man dem Wegweiser, das erste, kurze Stück führt der Hauptstrasse Richtung Diablerets entlang. Kaum ist diese verlassen, wird der Wasserfall sichtbar, wie er über mächtige Felswände fällt. Am Fusse des unteren Falls lässt es sich entspannen. Der Bach schlängelt sich anschliessend durch den harten Fels, das Wasser bildet fein geschliffene, runde Bassins, in denen Gischt schäumt. Im weiteren Verlauf der Wanderung folgt der Weg dem Bachbett des Dar, erst über Weideland, dann im Wald. Es ist ein schattiger Spaziergang über Wurzeln und am Unterholz vorbei, der keine grossen Anforderungen stellt. Bald biegt ein Weg nach links ab, eine wackelige Seilbrücke lädt zu einem kleinen Umweg ein. Wer dies nicht schätzt, bleibt vorerst am rechten Ufer; beide Wege führen etwas später wieder zusammen. Die Brücke ist ein schmuckes Gegenstück zum «Peak Walk by Tissot», der oben auf Glacier 3000 zwei Gipfel verbindet. Hier gibt es keine Aussicht zu gewinnen, doch das Queren der Seilkonstruktion ist ein ebenso kleines wie ungefährliches Abenteuer. Und sie erzählt einen Teil der Geschichte über die Unwetter im Juni 2005, als der Bach im ganzen Dorf Les Diablerets grosse Schäden anrichtete. Die am Schluss der Wanderung anzutreffenden Uferverbauungen erinnern an die Kraft des Wassers, mit der die Leute hier seit Jahrhunderten leben.
Übers Eis zum Teufelskegel Nr. 1323
Glacier du Scex Rouge • VD

Übers Eis zum Teufelskegel

Vor langer Zeit wagten sich die Menschen von Diablerets nicht auf den Tsanfleuron-Gletscher – er war das Revier des Teufels. Das ganze Ormonttal war als Versammlungsort von Dämonen gefürchtet. Wenn es im Sommer gewitterte oder im Winter Lawinen ins Tal donnerten, glaubten die wenigen dort lebenden Menschen, der Teufel würde kegeln. So kam der markante Fels am südlichen Rande des Gletschers zu seinem Namen Quille du Diable, Teufelskegel. Wenn die Dämonen also wieder einmal ihrem teuflischen Spiel frönten, verfehlte ab und zu ein Geschoss den Kegel, und dann kam es vor, dass grosse Felsbrocken auf die Alpschaften von Anzeinde oder rund um den kleinen See bei Derborence stürzten. Dann blickten die Bauern sorgenvoll hinauf zum Quille du Diable und sandten ein Gebet zum Himmel. Die Refuge l'Espace unterhalb des Quille du Diable, der offiziell Tour St-Martin heisst, ist das Ziel der kurzen Wanderung, die über den Gletscher und auf demselben Weg zurückführt. Schritt für Schritt wird der markante Zacken grösser am Horizont, und auf der Terrasse der gemütlichen Hütte ist seine wahre Grösse eindrücklich zu spüren. Der Weg ist nicht als offizieller Winterwanderweg signalisiert, wird aber von den Betreibern des Skigebiets ganzjährig unterhalten. Er ist flach und einfach zu begehen, einzige Herausforderung bilden der matschige Schnee und knöcheltiefe Pfützen an warmen Sommertagen. Hohe und wasserdichte Schuhe empfehlen sich. Wer nach der Wanderung nicht genug hat von der Bergwelt, wagt sich auf den «Peak Walk by Tissot», eine über 100 Meter lange und frei zugängliche Hängebrücke zwischen zwei Gipfeln. Von deren Plattform aus sieht man mehr als 24 Gipfel von 4000ern. Oder man braust mit der Rodelbahn Alpine Coaster talwärts. Ein teuflisches Vergnügen.
Hoch hinauf zur Videmanette Nr. 1324
Château d'Oex — Rougemont • VD

Hoch hinauf zur Videmanette

Château-d’Oex ist ein kleines Dorf, doch es begeistert schon am Start der Wanderung mit der ältesten Hängebrücke der Westschweiz, der Pont Turrian. Die 1883 erbaute Eisenbrücke ist eine der wenigen, die heute noch begehbar sind. Die Saane windet sich durch das Tal und weist den Weg zum Anstieg. Nach Harz und Tannennadeln duftet der Wald, der das Tor zum Naturschutzgebiet La Pierreuse markiert. «Die Steinige» wurde nach den grossen Geröllkegeln benannt, die sich am Fusse der hohen Felswände finden und der Landschaft ihren Charakter verleihen. Das grösste Naturschutzgebiet der Westschweiz, das sich über den ganzen Weg nach oben erstreckt, wartet auf mit Flachmooren, einer grossen botanischen Fülle, einer intakten Fauna sowie sichtbaren Spuren der Eiszeiten. Die Findlinge und die grossen Gesteinsblöcke, die die Gegend prägen, sind Zeugen einer längst vergangenen Zeit. Für in Geologie oder Botanik Kundige bietet sich hier ein Tummelfeld an Entdeckungen. Doch auch der Laie erfreut sich der Vielfalt und lässt sich durch die Düfte der Pflanzen oder den Ausblick, der sich bereits beim Aufsteigen bietet, betören. Mit etwas Glück entdeckt man die Steinböcke, die kaum Scheu zeigen, sodass ein Betrachten aus nächster Nähe möglich ist ein ehrfurchtsvoller Anblick. Auch Gämsen, Murmeltiere, Luchse, Königsadler oder Birkhühner finden sich in diesem Terrain. Nach dem Aufstieg durch das steinige Voralpengebirge folgt ein kurzer ebener Abschnitt. Kaum hat man diesen passiert, offenbart sich hinter dem letzten Felsvorsprung ein beeindruckender Rundblick über die Berner Alpen und die Alpes vaudoises. Der Weg hinab führt hinter dem Kalkgebirge «Rubli» durch Alpwiesen und später erneut durch duftende und moosbewachsene Waldpassagen nach Rougemont.
Kulturwanderung durch das Pays-d’Enhaut Nr. 1325
Les Combes — Rossinière • VD

Kulturwanderung durch das Pays-d’Enhaut

Château-d’Oex ist bekannt für sein alljährlich stattfindendes Ballonfestival – Bertrand Piccard startete hier 1999 seine Nonstop-Ballonfahrt rund um die Welt –, hat aber noch einiges mehr zu bieten als heisse Luft. Die prunkvollen alten Bauernhäuser schmücken das stattliche Dorf, welches in seiner Geschichte mehrmals Feuersbrünsten zum Opfer fiel. Die Häuser wurden daher nach dem letzten grossen Brand im Jahr 1800 aus Stein statt aus Holz wieder aufgebaut. Heute ist das Dorf nebst der Landwirtschaft vor allem touristisch geprägt. Die Wanderung startet östlich von Château-d’Oex beim Weiler Les Combes und führt an die Saane, hier La Sarine genannt. Durch eine kleine Schlucht gelangt man schon nach kurzer Zeit nach Château-d’Oex. Der Weg führt nun direkt durch das stattliche Dorf, und man gewinnt rasch an Höhe. Für die Aussicht auf das Tal und die Gipfel Rocher Plat und Rocher du Midi lohnt sich der Aufstieg auf Hartbelag. Hat man Château-d’Oex einmal verlassen, führt der Wanderweg über Weiden und durch einen kleinen Wald nach La Frasse und Rossinière. Zahlreiche Holzchalets mit kunstvoll geschnitzten und bemalten Holzfassaden schmücken das Dorf. Besonders eindrücklich das Grand Chalet, das grösste Holzhaus der Schweiz. Die fünf Stockwerke haben insgesamt 113 Fenster, und an der Fassade befindet sich eine aus 2800 Buchstaben gemalte Widmung. Im Grand Chalet, früher Grande Maison genannt, wohnte der Maler Balthus und empfing dort einige berühmte Schriftsteller, Maler und Künstler des 20. Jahrhunderts. Das Grand Chalet ist in Privatbesitz und kann nicht besichtigt werden.
Rundwanderung am Fuss des Tour d’Aï Nr. 1326
Berneuse • VD

Rundwanderung am Fuss des Tour d’Aï

Die Anreise auf die Berneuse gestaltet sich bereits als Erlebnis. Ab dem Bahnhof Aigle tuckert die Zahnradbahn gemütlich durch den Ort. Das Auge erblickt kurz das Schloss, doch die Bahn arbeitet sich munter weiter durch die Rebberge und das Waldgebiet hinauf nach Leysin. Schon während der Fahrt erhascht man immer wieder einen vielversprechenden Blick auf die Berge. Der Berneuse wird nachgesagt, einer der schönsten Aussichtspunkte der Westschweiz zu sein, und es wird schnell klar, warum: Sicht auf den Genfersee, die Rhoneebene, Berge wie die Dents du Midi, den Eiger, das Matterhorn oder den Montblanc. Das Panoramarestaurant Le Kuklos, das sich neben der Seilbahn befindet, ist zudem das einzige Drehrestaurant der Westschweiz. Die Architektur des Glasbaus wurde den beiden Bergen Tour d’Aï und Tour de Mayen nachempfunden, und das Restaurant dreht sich in 90 Minuten um sich selbst. Die Wanderung beginnt mit einem kurzen Abstieg zum Lac d’Aï, umgeben von alten Maiensässen. Von dort schlängelt sich der Weg im Zickzack hoch auf den Chaux de Mont unterhalb des Tour d’Aï. Eine kurze Gratwanderung führt hinüber zum Gipfelkreuz des Chaux de Tompey. Ein schöner Platz für eine Rast, sofern der Wind gnädig ist. Steil geht es bergab zum Col de Tompey. Hier wechselt die Szenerie. Man streift durch einen duftenden, stimmigen Wald mit Wurzelgeflechten und Farnen, bis sich dieser beim tiefsten Punkt der Wanderung lichtet und auf einer Alpwiese den Blick hinab ins Tal freigibt. Wurde noch keine Rast eingelegt, ist es jetzt an der Zeit. Denn nun beginnt der zweite, steilere Anstieg der Rundwanderung. Dem Berghang entlang werden die letzten Kilometer in Angriff genommen, bis sich der Kreis am Ausgangspunkt der Bergbahn wieder schliesst.
Genfer Naturperlen Nr. 1307
Genève-Cornavin • GE

Genfer Naturperlen

Auf der Ile Rousseau beginnt diese Wanderung, die das Interesse der Genfer an der Botanik, das «Génie botanique», zum Thema hat. Die Geschichte von 200 Jahren wissenschaftlicher Forschung über Pflanzen liegt dazwischen und die Erkenntnis, dass es mit der Botanik nicht nur verschiedene Pflanzen, sondern auch verschiedene Menschen zu entdecken gibt. Zum Ausgangspunkt der Wanderung gelangt man über die Rue du Mont-Blanc. Sie führt vom Bahnhof Cornavin hinunter zum See und zu jener kleinen Insel, die dem grossen Philosophen und Naturwissenschafter Rousseau gewidmet ist. Er war es, der die Begeisterung für die Natur geweckt hat. Generationen von Wissenschaftern liessen sich anstecken und fingen an zu botanisieren. Die gute Gesellschaft ihrerseits wandelte ihre Gärten in Pärke mit wunderbaren, exotischen Bäumen um, wo sich die Genfer heute noch vergnügen. Diese Wanderung hingegen will die einheimischen Pflanzen der Stadt Genf entdecken, jene Pflanzen, die es schon immer auf Mauern, zwischen dem Kopfsteinpflaster oder unter Bäumen gegeben hat. Sie folgt deshalb dem Lauf der Rhone abwärts bis zum Pont Butin, den sie überquert, um dann am anderen Ufer der Rhone, später der Arve entlang wieder stadteinwärts zu führen. An der Plaine de Plainpalais vorbei geht es durch den Parc des Bastions und zur Promenade de la Treille mit dem wohl bekanntesten Kastanienbaum der ganzen Schweiz: Immer, wenn die erste Blattknospe aufbricht, ruft der Staatssekretär den Frühling aus. Seit dem Jahr 1818 ist das Tradition. An mehreren Kirchen vorbei geht es zur Place du Bourg-de-Four, zum Jardin anglais und zur Horloge fleurie am See, der nebst dem Jet d’eau wohl bekanntesten Sehenswürdigkeit der Stadt: Auch der Tourismus wollte sich sichtlich eine Tranche vom Genfer «Génie botanique» abschneiden.
Blumenpracht auf dem Vuache-Rücken Nr. 1306
Chevrier • EU

Blumenpracht auf dem Vuache-Rücken

Für alle Botanikfans ist diese Wanderung Genuss pur - es gibt alle paar Meter etwas zu entdecken. Während der Hochblüte der Hundszahnlilien Ende März ist der Waldboden des Vuache mit einem Hauch von Rosarot überzogen. In Chevrier startet die Tour. Zuerst sind im Wald einige Höhenmeter zu überwinden. Die französische, rot-weisse Signalisation ist sehr gut zu erkennen. Bei der ersten Kalksteinplatte findet man erste Hundszahnlilien, die ihre Köpfchen aus den Ritzen des Kalksteins strecken. Etwas weiter oben befindet sich auf der linken Seite ein schöner Aussichtspunkt, von dem man bis nach Genf blickt. Oben auf der Krete, bei der kleinen Kapelle, gönnt man sich eine Pause. Ein Aussichtspunkt befindet sich westlich der von wilden Zyklamen umringten Kapelle. Von hier aus geht es angenehm weiter über den Rücken des Vuache, auf einem idyllischen Weg, der von unzähligen Hundszahnlilien gesäumt wird. Beim Punkt Balme Nord bleibt man noch auf dem Rücken des Vuache und folgt dem Weg Richtung Sommet du Vuache für weitere 30 Minuten. Am Punkt Le Golet du Pey angelangt, kann man noch kurz einen Abstecher zum Aussichtspunkt nach rechts unternehmen. Dieser bietet aber eher einen trostlosen Ausblick auf die Autobahn. Danach geht es den Wald hinunter Richtung Vulbens. Schon bald biegt man auf dem Weg Richtung Vulbens links ab. Der idyllische Waldweg führt zu einem kleinen Wasserreservoir. Hier hält man sich rechts und geht über die Wiesen in Richtung Parkplatz La Cisette. Dieser Punkt bietet einen wunderbaren Ausblick auf den Mont Blanc. Der Weg führt nun weiter nach links zum Bauernhof La Chavanne und dem Waldrand entlang nach Chevrier.
Der Genfer Versoix entlang Nr. 1308
Sauverny, douane — Versoix • GE

Der Genfer Versoix entlang

Die Legende besagt, dass ein Riese namens Gargantua gerne neue Gegenden erkundete. Als er einmal bei Genf vorbeikam, verspürte er Durst, doch die Rhone war zu schmal, um seinen Durst zu stillen. Flugs staute er den Fluss, häufte am Ufer Felsblöcke auf - der Genfersee entstand. Ob Gargantua auch in die Region Versoix und zum gleichnamigen idyllischen Flüsschen gelangte, ist nicht überliefert. Die märchenhafte Umgebung lässt es aber vermuten, weshalb eine Familienwanderung mit einer Geschichte über den Riesen hier gut passt. Sie beginnt in Sauverny an der französischen Grenze. Bei der Bushaltestelle «Sauverny, douane» geht es links direkt der Versoix entlang bis nach La Bâtie. Die signalisierte Wanderroute liegt zwar weiter oben am Hang, doch für Familien ist der Uferweg ein Erlebnis - besonders im Frühling. Aber aufgepasst: Er ist nicht unterhalten und kann bei nassem Wetter rutschig sein. Bei La Bâtie gelangt man auf ein Strässchen und zurück auf die signalisierte Wanderroute. Nach dem Dorfausgang biegt der Weg rechts in den Wald ab und führt zum Wasserlauf hinunter. Über eine hübsche kleine Holzbrücke geht es zum Kanal. Bei der Mühle Richelien überquert man die Strasse und wandert danach auf der anderen Seite wieder der Versoix entlang. Nach der Autobahnunterquerung taucht man nochmals in den Wald ein und folgt weiterhin dem Versoix-Kanal. Die letzte Etappe der Wanderung führt in die Wohnquartiere am Hang von Versoix. Wer nicht gleich den Bahnhof ansteuern mag, geniesst bei einem wohlverdienten Picknick am Ufer des Genfersees den herrlichen Ausblick.
In der Genfer Champagne Nr. 1309
Athenaz — Avusy • GE

In der Genfer Champagne

Die Genfer Champagne ist eine der wenigen Regionen der Schweiz, wenn nicht sogar die einzige, in der es noch frei lebende Rebhühner gibt. Der grau-braune Bodenbrüter ist hierzulande sehr selten geworden, woran leider auch ein vor 25 Jahren lanciertes Schutzprogramm bislang nichts ändern konnte. Durch seinen Lebensraum führt eine abwechslungsreiche Wanderung mit Start in Athenaz, die flach beginnt, aber rasch welliger wird. Hinter dem hübschen Weiler Sézegnin geht es hinunter zur Laire, dem Grenzfluss zu Frankreich, und auf der anderen Seite - auf asphaltierter Strasse - wieder hinauf bis nach Malagny. Von dem französischen Dorf bekommt man allerdings nur ein Villenviertel und einige Weinreben zu sehen. Danach folgt man, zurück auf Naturbelag, der durch Pfosten mit weissen Schildern markierten Route hinunter in eine grüne Schlucht, über eine kleine Brücke und wieder den Hang hinauf. Durch weiterhin hügeliges Terrain führt der Weg, gesäumt von Kiefern und mächtigen Buchen, vorbei am Naturschutzgebiet Teppes de la Repen- tance, das eine aussergewöhnliche botanische Vielfalt aufweist. Noch einmal wird die Laire überquert, und schon ist man wieder auf Genfer Kantonsgebiet. Die restliche Strecke der Wanderung bis zum Tagesziel in Avusy prägen kleine Baumgruppen, Felder und Brachlandstreifen. Vor allem Letztere sind für die regionale Vogelwelt Gold wert. Ursprünglich in erster Linie zum Schutz der Rebhühner eingerichtet, werden sie auch von verschiedenen anderen Vogelarten als Rück- zugsorte geschätzt. Die Populationen dieser Vögel haben sich dadurch prächtig entwickelt.
Serenade der Frösche Nr. 1313
Laupen — Düdingen • BE

Serenade der Frösche

Laubfrösche sind tagsüber wie auch abends aktiv. Wer aber einmal ein ohrenbetäubendes Quakkonzert hören möchte, startet schon nachmittags, sodass er mit dem Eindunkeln um circa 21 Uhr das Naturschutzgebiet Auried erreicht. Erst schmettern nur wenige der grasgrünen Winzlinge ihr bis zu 90 Dezibel lautes «Äpp-äpp-äpp» in die Dunkelheit, dann werden es immer mehr. Die Masse macht es schwierig, einzelne Tiere zu lokalisieren, weshalb es sich lohnt, eine gute Taschenlampe mitzunehmen. Im Schulungsbecken ist es unter Aufsicht von Pro-Natura-Freiwilligen erlaubt, die Amphibien mit einem Fangnetz einzufangen und in einem durchsichtigen Gefäss zu beobachten. Wichtig ist, dass man sie mit feuchten Händen anfasst und sie wieder an der Fangstelle freilässt. Am erfolgversprechendsten ist es, mit der Taschenlampe eine Stelle im Wasser auszuleuchten. Meist beginnt sich am Teichgrund etwas zu regen. Die Wanderung bietet viele Möglichkeiten, zu verweilen und zu bräteln, weshalb sie auch als Ta- gesfamilientour geplant werden kann. Anfangs folgt sie dem Sinn- und Klangweg bis St. Johann, danach führt sie über eine Wiese mit Feuerstellen und Spielplatz. Nun ist der Schiffenensee erreicht, und eine Treppe führt an dessen Ufer entlang. Bei Schiffenen lohnt sich die Schlaufe auf die Halbinsel hinaus, bevor auf einer Strandpromenade das Restaurant Seepark mit Minigolfanlage und öffentlichem Badestrand erreicht wird. Über die Staumauer und weiter unten über einen kleinen Steg erreicht man das südliche Ufer der Saane und ein erstes Naturschutzgebiet. Beim Auried- stäg überquert man die Saane für den Besuch in der ehemaligen Kiesgrube. Den Schluss der Wanderung bildet die Forststrasse nach Laupen.
Al sole, sopra la valle del Rodano Nr. 1263
Leysin-Feydey • VD

Al sole, sopra la valle del Rodano

Grazie alla sua esposizione a sud, nel XX secolo Leysin è stato un importante luogo di villeggiatura e stazione climatica per curare la tubercolosi. Dopo la scoperta degli antibiotici per la cura di questa malattia polmonare, la località subì un declino economico. Oggi Leysin è una moderna destinazione turistica per chi pratica sport estivi e invernali. L’escursione parte dall’ultima delle tre stazioni ferroviarie di Leysin e si snoda dapprima lungo un ripido sentiero stretto e dissestato nel bosco. Dopo un breve passaggio su una strada alpestre, si prosegue per un piacevole sentiero attraverso un bosco di conifere da cui si intravede di tanto in tanto la valle del Rodano e Leysin. Ogni tanto capita di scorgere una ghiandaia. A questo punto si sale rapidamente in quota e si raggiunge il rifugio di Solacyre. Una bibita rinfrescante sulla terrazza ritempra il corpo e lo spirito dopo l’ardua salita. Si prosegue per il punto panoramico La Riondaz. Occhio però al sentiero piuttosto scosceso che porta su questa vetta poco appariscente. Arrivati in cima si presenta una veduta spettacolare sulla valle del Rodano, sul lago di Ginevra e sul maestoso ristorante girevole Le Kuklos su La Berneuse. Costruito nel 1989 a 2048 metri di altitudine, è stato il primo ristorante panoramico girevole delle Alpi vodesi. Nonostante lo splendido panorama, la confusione che regna intorno a La Berneuse qui a La Riondaz è ben lontana, e ci si può così godere appieno l’impressionante atmosfera di montagna. La discesa costeggia la Crête du Cherix passando per boschi e pascoli alpestri fino al ristorante Prafandaz. L’offerta di specialità regionali, come tra l’altro un’ampia scelta di fondute di formaggio, fa venire l’acquolina in bocca. Quando fa bel tempo e nei fine settimana la terrazza è ben frequentata: è dunque consigliata la prenotazione. Si ritorna a Leysin sulla strada asfaltata che si snoda fra le numerose case di villeggiatura.
Da Neirivue al castello di Gruyères Nr. 1289
Neirivue — Gruyères, Bahnhof • FR

Da Neirivue al castello di Gruyères

Sulla collina sopra il borgo medievale di Gruyères troneggia l'omonimo castello comitale. La storica cittadina sorge a 100 m sopra la pianura del fiume Saane ed è la meta di questa escursione, a cui da il La lo scampanio delle mucche del villaggio di Neirivue nel Canton Friburgo. Non a caso, l'itinerario per buona parte percorre i pascoli di tali animali. La cosa non stupisce, dal momento che la regione figura tra i principali produttori di formaggio della Svizzera. Per i piedi il fondo del terreno è piacevolmente variegato, passando da prati a strade asfaltate e sentieri tra i boschi, e in montagna anche salita e discesa si bilanciano. Solo dopo l'ultimo tratto di bosco si scorge in alto il castello di Gruyères. Subito la salita prosegue verso il borgo, dove infine ci si può concedere un dessert con meringa e doppia panna della Gruyères. Il museo del castello di Gruyères offre uno spettacolo multimediale che è una buona introduzione agli otto secoli di architettura, storia e cultura del castello stesso. Il castello innalzato nel XIII secolo è stata la dimora di una lunga serie di conti di Gruyère, fino all'ultimo esponente che lo dichiarò in bancarotta nel 1554. Successivamente le città di Friburgo e Berna si spartirono la proprietà, che in successione passò nelle mani dei castellani friburghesi, dei prefetti e delle famiglie Bovy e Balland, finché nel 1938 lo Stato di Friburgo rilevò il castello e vi fondò il museo.
A proposito di Les Grangettes a Chillon Nr. 1291
Le Bouveret — Château de Chillon • VS

A proposito di Les Grangettes a Chillon

Chateau Chillon è un fantastico castello circondato da un fossato d'acqua che è stato già fonte di ispirazione per artisti come Rousseau, Hugo, Delacroix o Courbet. Prima di scoprire il fascino incantevole del castello di Chillon, chi proviene da Le Bouveret sarà subito colpito dal percorso dominato da una natura intatta. Lungo il tragitto, infatti, si attraversa la zona protetta di Les Grangettes sulle sponde del Lago di Ginevra. Questi ultimi resti delle aree paludose formate dal Rodano, che 150 anni fa ricoprivano la pianura, costituiscono oggi una zona umida di importanza internazionale, in cui avvistare gli uccelli più svariati, scoiattoli, rane e persino castori. Da Villeneuve si scorge già in lontananza il castello di Chillon, un'elegante appendice aggrappata alle sponde del Lago di Ginevra. L'attuale forma del castello è il risultato delle nuove costruzioni e delle conversioni effettuate nel corso dei secoli. Non stupisce, quindi, che si possa parlare di tre grandi ere per quanto riguarda questo castello: l'epoca savoiarda, bernese e vodese. E la storia si spinge ancora più indietro nel tempo, con i primi insediamenti sulle rocce di Chillon risalenti già all'Età del bronzo.
Da Concise al castello di Grandson Nr. 1292
Grandson — Concise • VD

Da Concise al castello di Grandson

Questa tranquilla escursione conduce lungo l'idilliaco lago di Neuchâtel fino al maestoso castello di Grandson, dove, durante la guerra dei Borgogna nel XV secolo, fu scritta la storia svizzera. Situata tra i vigneti risalenti al Giurassico inferiore e il lago di Neuchâtel, Concise non poteva che essere il punto di partenza più idillico per questa escursione. Dalla stazione si attraversa rapidamente il trasognato villaggio e ci si immerge in un tratto di bosco tranquillo. A chi si trova oggi dinanzi a questo idillio della natura risulta difficile immaginare che questo luogo sia stato il teatro principale della sanguinosa battaglia di Grandson e, ugualmente, che nel 1476 il duca di Borgogna, Carlo «il Temerario», fu sconfitto dall'esercito dei Confederati. In questa camminata tutta pianeggiante si attraversa un tranquillo bosco che si estende lungo le rive del lago. Qui e lì si incontrano punti in cui fermarsi, per un bagno o un barbecue, e godere persino di un panorama alpino, se la visibilità lo consente. Chi lo desidera, può abbandonare il sentiero per lo più asfaltato ed esplorare la riva lacustre su un percorso forestale. Dopo un cammino di quasi due ore, il sentiero conduce infine direttamente all'affascinante cittadina medievale di Grandson. Già da lontano si nota come il maestoso castello domina la località con le sue imponenti torri circolari e le mura di fortificazione. Una singolare atmosfera medievale circonda la vecchia fortezza che ospita l'esposizione dedicata alla guerra dei Borgogna. La straordinaria collezione di armi, armature e balestre, nonché di modellini del castello e della battaglia, riaccendono in modo suggestivo il ricordo di questo rilevante momento della storia svizzera.
Im Hochtal von Les Diablerets Nr. 1171
Les Diablerets • VD

Im Hochtal von Les Diablerets

In monumentaler Grösse erhebt sich die Diablerets-Gruppe über dem Waadtländer Bergdorf Les Diablerets. Als 1714 ein Teil des gewaltigen Bergs abbrach und die Alp Derborence im Wallis verwüstete, war man überzeugt, der Teufel (le diable) wohne darin. So kam das Gebirge zu seinem Namen. Heute vergnügen sich Skifahrer an den Hängen des Massivs. Auch für Winterwanderer hält das Gebiet einige interessante Angebote bereit. Besonders reizvoll und kontrastreich ist eine Rundwanderung auf dem breiten Talboden. Schattige Partien lassen winterliche Stimmung aufkommen, während Passagen am Sonnenhang eine geradezu frühlingshafte Atmosphäre vermitteln. Bei der Bahnstation Les Diablerets werden die Gleise südwärts überquert. Ein Strässchen führt talauswärts und geht schon bald in eine gepfadete Route über. Langläufer und Winterwanderer teilen sich das Trassee. In kaum merklichem Abstieg schlängelt sich die Route dem bewaldeten Hang entlang. In der kalten Jahreszeit liegt das Gebiet auf der linken Seite des Flüsschens Grande Eau oft im Schatten. Damit bleibt der Schnee lange liegen, und die Tannen sind dicht mit Raureif überzogen. Das Dörfchen Vers-l’Eglise wird von der schlichten, einfach gestalteten Kirche der Talschaft geprägt. Der Wanderweg führt daran vorbei und danach weiter talauswärts nach Les Aviolats. Von dort geht es einem Strässchen entlang über die Grande Eau und hinüber nach Le Rosex. Nun folgt ein etwas heikles und unangenehmes Teilstück: Auf einem rund 200 m langen Abschnitt gilt es, ohne Gehspur oder Trottoir der Hauptstrasse zu folgen. Doch schon bald zweigt der signalisierte Winterwanderweg hangwärts hoch ab und führt auf kaum befahrenen Strässchen und breiten Waldwegen nach Les Granges und zurück nach Les Diablerets.
Wo sich die Fischer treffen Nr. 1131
La Lécherette • VD

Wo sich die Fischer treffen

Unsere Wanderung beginnt im Dorfkern von La Lécherette. Es geht los mit dem Aufstieg am Skilift entlang nach Südosten. Nach rund 500 Metern auf der Teerstrasse geht es rechts in Richtung eines grossen Föhrenwaldes. Der Aufstieg ist nun gesäumt von einem kleinen Bächlein rechts und einer wunderbar blühenden Weide links. Weiter oben wird ein weiterer Bach überquert und links abgebogen. Am Ende des Weges folgt wieder eine Teerstrasse, die zum Zwischenziel Pra Cornet auf 1646 m. ü. M. führt. Die Sicht auf die Chaîne du Chaussy, den Col des Mosses, das Plateau du Lioson d'Enbas und die Gummfluh ist hier einmalig, und die wunderbare Umgebung könnte übrigens mit einer Übernachtung im Tipicamp noch mehr ausgekostet werden. Die Wanderung führt anschliessend rechts auf der Naturstrasse Richtung Lac Lioson. Nach einem ziemlich steilen Teilstück wird der Wanderweg nun zum Bergwanderweg (weiss-rot-weiss). Diesen verlässt man zu Gunsten eines Pfades, der dem Hang entlang zum Ufer des Sees führt. Man kann den See umrunden, darin die Füsse baden, die sich im klaren Wasser spiegelnden Berge bewundern oder die Fischer beobachten, die im Sommer besonders zahlreich sind. Das Restaurant «Lac Lioson» mit seiner Terrasse lädt zur verdienten Rast ein, und die Kleinen können sich am Kleintierpark erfreuen. Der Weg rechts vom Restaurant führt zurück ins Dorf Les Mosses. Wer Lust hat, kann bei einem Zwischenhalt in Lioson d'en Bas die Alpkäserei besuchen und sich mit frischen Köstlichkeiten der Alp eindecken. Eine Teerstrasse führt anschliessend auf die Alpweide, wo man links auf einen Pfad einbiegt, ein Tor passiert und dem Wanderweg bis an den oberen Dorfrand von Les Mosses folgt. Das Dorf durchquert, wandert man schliesslich an der anderen Hangseite hinab in Richtung La Lécherette.
Hinauf auf den Salève Nr. 1229
Veyrier, duoane — Salève Seilbahn • GE

Hinauf auf den Salève

Die Wanderung auf den Salève ist in vielerlei Hinsicht reizvoll und zudem gut ausgeschildert - mit französischen Wegweisern, liegt doch der imposante Bergrücken lediglich eine halbe Stunde vom Genfer Stadtzentrum entfernt, aber dennoch bereits auf französischem Boden. Los geht es bei der Bushaltestelle «Veyrier, douane». Nach einem flachen Stück zum Einlaufen und einem letzten Blick auf die Seilbahn, die den Wanderer später wieder ins Tal bringen wird, beginnt der Anstieg. Durch den Wald führt der Weg im Zickzack bis zum Fuss der Felswand und über die Ende des 19. Jahrhunderts in den Stein gehauenen Stufen hinauf. Oben angekommen stösst man sogleich auf ein weiteres Zeugnis dieser Epoche: einen Tunnel der elektrischen Zahnradbahn, die zwischen 1892 und 1935 von Veyrier auf den Salève fuhr. Bald danach ist das Plateau zwischen dem Kleinen und dem Grossen Salève erreicht. Ein kurzer Abstecher ins nahe Dörfchen Monnetier, und schon geht der Aufstieg weiter. Der Weg wird nun zum Pfad und folgt der Krete - ein recht steiler Abschnitt, doch der grandiose Ausblick auf Genf und den Genfersee entschädigt für alle Mühen. Auch durch das nächste Waldstück hindurch steigt die Route weiter an, kreuzt dabei ein paar Mal die Strasse, die auf den Gipfel des Salève führt, und passiert schliesslich einige Lichtungen, eine davon mit einer Hütte der SAC-Sektion Genf. Nach einer letzten Rechtskurve steht man schon vor der Bergstation der Seilbahn, kann aber, bevor man in die Gondel steigt, auch noch einen kleinen Umweg Richtung Westen machen und den alten Endbahnhof der Zahnradbahn bestaunen.
Durchs Bärenloch steigen Nr. 1331
Les Plans-sur-Bex • VD

Durchs Bärenloch steigen

Es ist heute nicht klar, wie das Trou à l’Ours, zu Deutsch Bärenloch, zu seinem Namen gekommen ist. Bis ins 20. Jahrhundert gab es im Vallon de Nant in den Waadtländer Alpen noch Bären - ob das Loch aber seinen Namen erhalten hat, weil dort Bären hausten, oder ob die Bewohner vor ebendiesen durch das Loch flohen, ist unbekannt. In der Tat würde ein Bär nicht durch die einzige Öffnung passen, die durch das Felsband an der westlichen Flanke des Tals führt. Wer hindurchwill, sollte gar besser den Rucksack ablegen, bevor er das mit einer Kette gesicherte Loch durchsteigt. Am oberen Ausstieg bietet sich eine Felsplatte zum Rasten an. Die Aussicht von hier aus ins Tal hinunter ist beeindruckend: Gegenüber prangen die mächtigen Felswände des Grand und des Petit Muveran, riesige Gesteinsschichten ziehen sich durch die ganze Bergkette. Im Tal fliesst das Flüsschen L’Avançon de Nant. Es entspringt beim Glacier de Martinets und durchquert am Ende des Tals eine liebliche Alpweide, die vor dem Aufsteig zum Trou à l’Ours durchquert wird. Der Weg dort hinauf ist - im Gegensatz zum Kiessträsschen durchs Tal - eng und steil und an einigen Stellen durch Ketten gesichert. Hier ist Schwindelfreiheit gefragt. Dass dieses Tal und vor allem sein Flüsschen nicht immer so lieblich waren, legten deren Namen nahe: Nant bedeutet auf Deutsch so viel wie Sturzbach. Die nach heftigen Regenfällen plötzlich auftretenden Wassermassen stammen von Bächen, vom Gletscher und von der Schneeschmelze und reissen viel Geröll mit. Der Abstieg nach Pont de Nant verläuft steil durch den Wald hinab. Beim Feinschmeckerrestaurant liegt auch der botanische Garten «La Thomasia». Auf einem Hektar finden sich hier circa 3000 Pflanzen, die von nah und fern, ja gar aus arktischen Gebieten stammen.
Auf dem Chemin du Gruyère Nr. 1162
Charmey — Gruyères • FR

Auf dem Chemin du Gruyère

Erster Höhepunkt der abwechslungsreichen Wanderung ist die Hängebrücke, welche die Halbinsel «presqu’île» mit dem Ufer des Lac de Montsalvens verbindet. Fortan führt der Weg in einem abwechslungsreichen Auf und Ab dem Seeufer entlang. Mehrere Picknick- und Badeplätze laden zum Verweilen ein. Am Westende wird der See durch den 1919 bis 1921 erbauten Damm gestaut. Von diesem lässt sich ein Blick über 115 Meter hinunter in die Schlucht werfen. Beim Anblick der an der Mauer und an Felsen angebrachten Treppen und Stegen stockt einem der Atem – sie sind jedoch für die Öffentlichkeit nicht zugänglich. Nach dem Staudamm beginnt der spektakulärste Teil der Wanderung durch die wilde Schlucht des Jaunbachs. Diese Partie lässt die Herzen der Kinder höherschlagen: Kleine Brücken wippen und quietschen beim Überqueren rhythmisch mit. Mehrere dunkle Tunnel mit Felsengalerien sorgen für eine geheimnisvolle Stimmung – wer das nicht schätzt, nimmt am besten eine Taschenlampe mit. Auf dem Weg nach Gruyères liegen die 1705 gebaute Chapelle des Marches und die schindelbedeckte Holzbrücke «Pont qui Branle», die aber im Gegenteil zu ihren Vorgängern nicht schaukelt. Das perfekt restaurierte mittelalterliche Städtchen Gruyères ist ein architektonisches Kleinod. Nach einem Rundgang lohnt sich der Besuch des Schlosses, das zuoberst auf dem Hügel thront. Tipp: Eine Multimediaschau erzählt die spannende Geschichte der Anlage und ihrer Grafen, Burgvögte, Präfekte und Künstler. Zum Schluss geht’s hinunter nach Pringy zum Maison du Gruyère. In der Schaukäserei wird am Morgen und am Mittag der berühmte Gruyère AOP hergestellt (detaillierte Infos unter www. lamaisondugruyere.ch). Wer das mitverfolgen will, muss in Charmey früh starten oder die Wanderung in umgekehrter Richtung machen.
Über den Jorat im Norden Nr. 1214
Bercher — Moudon • VD

Über den Jorat im Norden

Moudon, 10. Januar 1868. Selten hatte die Stadt so viele Menschen gesehen. 20 000 Personen waren gekommen, um der Enthauptung von Héli Freymond beizuwohnen. Vielleicht weil die Todesstrafe wenige Jahre später mit der neuen Bundesverfassung abgeschafft werden sollte, weil es eine der letzten Hinrichtung sein würde? Wollten alle diese Leute dieses - im wahrsten Sinn des Wortes - Mordsspektakel noch einmal mit eigenen Augen sehen? Diese Wanderung rollt das Leben des Doppelmörders Héli Freymond wieder auf und führt an den Schauplätzen seiner Verbrechen vorbei. Bercher, die Endstation der LEB, ist der Ausgangspunkt. Von hier geht es erst zum Fluss La Menthue hinunter und dann hinauf auf den Jorat. Die Wanderung quert diesen langen, gedehnten Rücken, der sich von Lausanne Richtung Norden bis auf die Höhe von Moudon erstreckt. Sie kommt an St-Cierges, dem Wohnort des ersten Opfers, vorbei und streift bei Les Troncs den Schauplatz des zweiten Verbrechens. Beim Hof Beauregard beeindruckt die Sicht auf den Alpenkranz. Hier ist auch die Ostseite des Jorats erreicht. Der Weg steigt nach Moudon hinunter, in das Städtchen, wo Héli verurteilt und schliesslich, ganz in der Nähe des heutigen Bahnhofs und umgeben von einer schaulustigen Menge, geköpft wurde. Gegner der Todesstrafe fragten damals sarkastisch: Soll dies die abschreckende Wirkung sein? Wird so ein Exempel statuiert? Die Todesstrafe wurde 1874 denn auch tatsächlich abgeschafft - aber nur fünf Jahre später per Volksabstimmung für etwa 60 Jahre wieder eingeführt. Ebenso sehr wie mit Héli s Verbrechen, befasst sich deshalb diese Wanderung auch mit der Geschichte der Todesstrafe in der Schweiz.
Unterwegs im Räuberwald Nr. 1215
St-Cierges — Thierrens • VD

Unterwegs im Räuberwald

Die als «Brigands du Jorat» bekannt gewordenen Wegelagerer waren – auch wenn sich diese Legende hartnäckig hält – keine organisierten Banden oder Robin Hoods, sondern arme Einheimische, die sich zum Stehlen und Rauben gezwungen sahen, um ihre Familien versorgen zu können. Von den mitunter schaurigen Missetaten, mit denen sie hier einst jahrhundertelang Angst und Schrecken verbreiteten, erzählt bis heute der Wind, der in den weitläufigen Wäldern zwischen Chalet-à-Gobet oberhalb von Lausanne und Thierrens im Norden von Moudon durch die Blätter der Bäume streicht. Die besonders auch für Familien geeignete Wanderung beginnt in St-Cierges. Aus dem Dörfchen hinaus geht es zunächst bis zum Friedhof bei La Sable und von dort weiter nach links – zwar auf Asphalt, aber dafür zwischen malerischen, zu dieser Jahreszeit in leuchtendem Gelb erstrahlenden Rapsfeldern hindurch. Bei der nächsten Kreuzung biegt die Route rechts ab und führt Richtung Wald. Nach etwa 300 Metern ist ein Graspfad erreicht, der sich von nun an zwischen den Bäumen hindurchschlängelt. Den Wegweisern des «Chemin des Blés» folgend und an der Auberge des Brigands vorbei, gelangt man zum Refuge du Bois des Brigands, wo die Kinder Würste oder Marshmallows grillieren und um drei grosse Totempfähle herumtoben können. Hier zweigen auch drei thematische, je etwa 30 Minuten lange Rundwege ab, von denen einer, der «Sentier du Donjon», zum gleichnamigen Aussichtsturm und ein anderer zu einem von Schülern aus der Region gepflegten botanischen Garten führt. Wer stattdessen beim Refuge geradeaus weiterläuft, erreicht nach einigen Hundert Metern die nordöstliche Ecke des Waldes und wenig später die Haltestelle des Postautos in Thierrens.
Dichte Wälder, tiefe Schluchten Nr. 1216
Chalet-à-Gobet — Montpreveyres • VD

Dichte Wälder, tiefe Schluchten

Nach wenigen Gehminuten, vorbei an den letzten Häusern von Chalet-à-Gobet und dem Rand einer Lichtung folgend, ist der Bois du Jorat erreicht. Der Weg durch den majestätischen Wald vor den Toren von Lausanne - dessen Markierungen man aufmerksam folgen sollte, wenn man sich nicht verlaufen will - ist sehr abwechslungsreich: Mal geht es hinauf, mal hinab, und es gibt auf Schritt und Tritt viel zu sehen. Zahlreiche verschiedene, vorwiegend laubtragende Baumarten prägen das Bild, doch auch die restliche, je nach Sonneneinstrahlung mehr oder weniger dichte Vegetation ist äusserst vielfältig. Hier und da ist das Plätschern eines Baches oder das Zwitschern eines Vogels zu hören, und neben Wanderern und Spaziergängern sind auch einige Velofahrer und Reiter unterwegs. Nach einer guten Stunde lichtet sich der Wald, sodass der Blick ungehindert Richtung Moudon im Nordosten sowie bis zu den Freiburger Voralpen mit dem Gipfel des Moléson im Südosten schweifen kann. Am Waldrand entlang, vorbei an Dörfern und Feldern, geht es in stetem Auf und Ab bis zum nördlichsten Punkt der Wanderung. Etwa die Hälfte der Strecke ist nun zurückgelegt. Vor und nach der kleinen, schmucken Gemeinde Ropraz gibt es tiefe, ebenso malerische wie imposante Schluchten zu entdecken, teils sogar mit Gletschertöpfen, die das Wasser der Bressonne über Jahrtausende aus dem Fels geschliffen hat. Nach Ecorcheboeuf taucht der Weg in ein letztes Waldstück ein, kreuzt noch einmal die Bressonne und führt schliesslich hinauf nach Montpreveyres. Das Dorf hat mit dem Pfarrhaus und der Kirche zwei prächtige, jahrhundertealte Bauwerke zu bieten und wird, da es auf dem Jakobsweg liegt, regelmässig auch von Pilgern besucht.
Dem Flüsschen Talent entlang Nr. 1217
Mauvernay — Echallens • VD

Dem Flüsschen Talent entlang

Diese Wanderung führt ins Waadtland, dorthin, wo die Pâtés vaudois herkommen. Das Blätterteiggebäck mit der Fleischfüllung und der charakteristischen Sülze oben drauf wird hier traditionell hergestellt. In Etagnières, nahe dem Flüsschen Talent, leben die beiden Schwestern Brigitte Grossenbacher und Maggy Berti, die mit ihren Pâtés vaudois schon mehrere Preise gewonnen haben. Das Unternehmen der beiden Frauen «Le Petit Encas» bereitet die weitherum begehrte Delikatesse nach einem alten Hausrezept und mit regionalen Produkten zu, vom Teig bis zur Füllung wird alles im Hause fabriziert. Die Pasteten gibt es in allen Formen, Grössen und mit diversen Füllungen. Die Wanderung dem Talent entlang kann in einer längeren oder kürzeren Version ab Cugy gemacht werden. Bei Mauvernay entspringt das Flüsschen, hier folgt ihm ein markierter Wanderweg durch den Wald. Kurz nach dem Kloster Montheron und dem gleichnamigen Restaurant muss der unvollständig markierte, nicht offizielle Wanderweg «Sentier du Talent» gesucht werden: Wo die Hauptstrasse links über den Fluss und der markierte Wanderweg rechts hinauf nach Bottens führt, wählt man das Strässchen geradeaus, von welchem nach einiger Zeit ein kleiner Pfad nach links abbiegt. Nun gilt: Immer möglichst dem Flussufer entlang marschieren. In Cugy lohnt sich ein Halt in der Moulin, einer alten, zu Restaurant, Bäckerei und Metzgerei umgebauten Mühle. Kurz danach, bei Scierie, muss ein Umweg über ein ansteigendes Strässchen gemacht werden, bevor der Weg wieder einfacher ist. Die Brücke unter Moulin d’Assens wird überquert, bevor ein Waldweg links abbiegt. Ab Reni kann auf dem Schnitzelpfad des «Sentier des Racines»/Vitaparcours gewandert werden, der nach Echallens führt.