Branson, Pont du Rhône • BL

Gottesanbeterin am Rhoneknie

Gottesanbeterinnen sind rar. In der Schweiz ist das Naturschutzgebiet Les Follatères am Rhoneknie bei Martigny eines der Gebiete, wo es diese Insekten noch gibt. Doch auch hier sieht man sie nicht einfach so. Am wahrscheinlichsten trifft man die grazilen Wesen im Spätsommer an, wenn sie sich nicht mehr in einem der zahlreichen Larvenstadien befinden. Dann wechselt ihre Farbe auch nicht mehr: Sie sind entweder braun oder grün, je nach Umgebung. Eine Rundwanderung durch das Naturschutz- gebiet lohnt sich aber sowieso. Es gibt hier zahlreiche weitere Insekten, Reptilien und Vögel, die in der Schweiz selten sind. Zum Beispiel laut singende Zikaden. Auch mediterrane und orientalische Pflanzen wachsen hier: So ist unterwegs etwa immer wieder würzig duftender Majoran anzutreffen. Les Follatères ist gewissermassen ein in die Alpen versetztes Stück Mittelmeer- gebiet. Die Wanderung verläuft erst leicht steigend bis zum Rhoneknie, das durch einen markanten aufragenden Fels geprägt wird. Von hier aus hat man gute Aussicht auf das Rhonetal. Das weiss auch die Armee. Die alten Bunker und Festungsanlagen zeugen davon. Danach senkt sich der Pfad, bis man schliesslich für kurze Zeit auf ein Teersträsschen einbiegt, das parallel zur Rhone verläuft. Von diesem steigt der Weg durch den Wald stetig an. Das ist ziemlich anstrengend. Doch die Zikaden mit ihrem lauten Singsang scheinen einen anzufeuern. Hin und wieder wird das Gelände offener. Oben angekommen folgt man einem ziemlich ebenen kleinen Pfad im sehr steilen Gelände. Schliesslich führt ein alter Säumerpfad nach Branson. Das alte Weindörfchen hat sich seinen Charme erhalten. Viele Häuser sind blumenverziert und mit lustigen Details hergerichtet. Sogar die Gottesanbeterin ist hier zu finden - wenn auch nur aus Holz an einer alten Scheune.

Informazione

Pavillon agritouristique Fol'terres, 027 746 13 13, www.folterres.ch

Escursione Nr. 1224

Pubblicato 2016 ‒ Presentato da Sentieri Svizzeri

Marina Bolzli

Percorso dell'escursione

Branson, Pont du Rhône
0:00
0:00
Les Follatères
0:31
0:31
Abzw. Rhoneuferweg
1:13
0:42
Pt. 888
3:12
1:59
Branson
3:50
0:38
Branson, Pont du Rhône
4:04
0:14
Dettagli sulla superficie del percorso e sulla categoria sul profilo altimetrico

Proposte escursionistiche

Knieverträgliche Kurvenkaskade Nr. 1336
Finhaut — Vernayaz • VS

Knieverträgliche Kurvenkaskade

Das Dörfchen Finhaut liegt in einer überaus wilden Landschaft. Wegen der anspruchsvollen Topografie war das Val de Trient früher fast unzugänglich, nur durch einen miserablen Saumpfad erschlossen. Mit dem Mont-Blanc-Tourismus wurde die «Route des diligences» gebaut, eine jahrzehntelang bedeutende Verkehrsachse. Mit der 1906 in Betrieb genommenen Bahnlinie von Martigny nach Chamonix verlor die Postkutschenroute jedoch rasant an Bedeutung. Für den aufkommenden Autoverkehr erwies sich die Strasse als zu eng - ein Glücksfall, denn dadurch ist sie heute noch weitgehend in ihrem Originalzustand. Sie dient praktisch nur noch dem Fussverkehr und stellt damit einen Wanderweg der Extraklasse dar. Das Filetstück der «Route des diligences» beginnt unterhalb von Salvan. Hier geht sie in eine Kaskade von Kurven über, die sich elegant in den Hang schmiegen. Unterwegs gibt es Ausblicke auf das wunderschöne, höchst abwechslungsreiche Trassee, den märchenhaften Bergwald und die Rhoneebene. Nicht einmal 700 Meter beträgt die horizontale Distanz zum Talboden. Die Erbauer haben diese Strecke auf das Vierfache verlängert. Fast drei Kilometer lang ist der Abschnitt dadurch geworden. Das Gefälle ist damit so gering, dass Knie- und Hüftgelenke kaum beansprucht werden - selten macht das Abwärtswandern so viel Vergnügen. Wissenswertes erfährt man zudem in Salvan: Auf dem dortigen Findling «Pierre bergère» machte 1895 der italienische Naturwissenschaftler Guglielmo Marconi die ersten Versuche auf dem Gebiet der drahtlosen Informationsübermittlung. Seine Erkenntnisse, für die er 1909 den Nobelpreis erhielt, waren die Basis für die drahtlose Telegrafie, für das Radio - und letztlich für Mobilfunk und drahtlose WLAN-Computernetzwerke.
Durchs Bärenloch steigen Nr. 1331
Les Plans-sur-Bex • VD

Durchs Bärenloch steigen

Es ist heute nicht klar, wie das Trou à l’Ours, zu Deutsch Bärenloch, zu seinem Namen gekommen ist. Bis ins 20. Jahrhundert gab es im Vallon de Nant in den Waadtländer Alpen noch Bären - ob das Loch aber seinen Namen erhalten hat, weil dort Bären hausten, oder ob die Bewohner vor ebendiesen durch das Loch flohen, ist unbekannt. In der Tat würde ein Bär nicht durch die einzige Öffnung passen, die durch das Felsband an der westlichen Flanke des Tals führt. Wer hindurchwill, sollte gar besser den Rucksack ablegen, bevor er das mit einer Kette gesicherte Loch durchsteigt. Am oberen Ausstieg bietet sich eine Felsplatte zum Rasten an. Die Aussicht von hier aus ins Tal hinunter ist beeindruckend: Gegenüber prangen die mächtigen Felswände des Grand und des Petit Muveran, riesige Gesteinsschichten ziehen sich durch die ganze Bergkette. Im Tal fliesst das Flüsschen L’Avançon de Nant. Es entspringt beim Glacier de Martinets und durchquert am Ende des Tals eine liebliche Alpweide, die vor dem Aufsteig zum Trou à l’Ours durchquert wird. Der Weg dort hinauf ist - im Gegensatz zum Kiessträsschen durchs Tal - eng und steil und an einigen Stellen durch Ketten gesichert. Hier ist Schwindelfreiheit gefragt. Dass dieses Tal und vor allem sein Flüsschen nicht immer so lieblich waren, legten deren Namen nahe: Nant bedeutet auf Deutsch so viel wie Sturzbach. Die nach heftigen Regenfällen plötzlich auftretenden Wassermassen stammen von Bächen, vom Gletscher und von der Schneeschmelze und reissen viel Geröll mit. Der Abstieg nach Pont de Nant verläuft steil durch den Wald hinab. Beim Feinschmeckerrestaurant liegt auch der botanische Garten «La Thomasia». Auf einem Hektar finden sich hier circa 3000 Pflanzen, die von nah und fern, ja gar aus arktischen Gebieten stammen.
«Route des Diligences» im Vallée du Trient Nr. 0917
Vernayaz, Gare MC — Finhaut • VS

«Route des Diligences» im Vallée du Trient

Auf den 37 Kehren zwischen Vernayaz und Salvan hat man viel Zeit, um sich die ein- und zweispännigen Kutschen der Touristen aus England vorzustellen, die hier in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verkehrten. Als in den 1850er-Jahren die Eisenbahn durch das Rhonetal gebaut wurde und Vernayaz einen Bahnhof erhielt, beschlossen die Gemeinden des Vallée du Trient, von hier eine Fahrstrasse über Salvan, Finhaut und Le Châtelard zu bauen, um vom Touristenverkehr von und nach Chamonix zu profitieren. So entstand in den Jahren von 1855 bis 1867 die «Route des diligences» – auf Deutsch «Postkutschenstrasse». In den Bergbauerndörfern auf dem Sonnenhang des Vallée du Trient wurden grosszügige Hotels gebaut. Als 1906 die Bahnlinie Martigny–Chamonix eröffnet wurde, verlor die Route ihre Bedeutung. Der Wanderweg verläuft auf gut zwei Drittel der Strecke auf der alten, seit dem 19. Jahrhundert praktisch unverändert gebliebenen breiten Naturstrasse. Auf dem mittleren Abschnitt, zwischen Salvan und Le Trétien, führt der Weg durch Wohnquartiere, und auf einem neu angelegten Pfad. Direkt am Weg liegt in Les Marécottes der Alpenzoo, der einheimische Wildtiere wie Luchse, Wölfe, Murmeltiere und Raubvögel beherbergt. Gleich daneben befindet sich das einzigartige Felsenschwimmbad, dessen Schwimmbecken in die natürliche Felsenlandschaft eingebettet ist. Der folgende Abschnitt führt über eine schwach befahrene Strasse auf Hartbelag zur Triège-Schlucht mit den drei kühnen Brücken. Von Le Trétien bis Finhaut führt der Weg wieder über die alte Postkutschenstrasse ins verschlafene Dorf Finhaut, von wo der Mont-Blanc Express die Wanderer nach Martigny zurückbringt. Tipp: Wer nicht die gesamte Strecke zu Fuss gehen will, kann die Wanderung in Salvan, Les Marécottes oder Le Trétien unterbrechen und einen Teil der Strecke mit dem Zug zurücklegen.
3. Rang Prix Rando 2012 Nr. 0751
Salvan — Les Marécottes • VS

3. Rang Prix Rando 2012

Einen Weg durch die Dailley‑Schlucht zu errichten, «um somit die Ausländer empfangen zu können», das war das ursprüngliche Ziel des Tourismuspioniers Jean‑Pierre Revaz aus Les Granges um 1895. Die eindrücklich in der Schlucht hängenden hölzernen Galerien, Brücken und Stege wurden später durch den Bau eines Tunnels zerstört und erst von 1995 an in zwei aufwändigen Bauphasen durch den Verein der Freunde von Les Granges und Le Bioley wieder in Stand gesetzt und erweitert. Seit Juli letzten Jahres können Wanderer nun die Wasserfälle in der Dailley‑Schlucht auf sicherem Weg und trotzdem hautnah erleben. Die Wanderung beginnt am Bahnhof in Salvan und führt nach Les Granges, wo sich bereits ein Abstecher zu den braun signalisierten Gletschermühlen «Marmites glacieres» empfiehlt, ein Umweg, der vor der Dailley‑Schlucht wieder auf den regulären Wanderweg führt. Schwindelfreie Wandernde nehmen hier die 580 Treppenstufen durch die imposanten Galerien der Dailley‑Schlucht in Angriff. Auf der Hochebene Van d?en Bas können Wandernde sich bei einem Picknick oder in der Auberge du Vallon de Van vom steilen und lauten Aufstieg erholen und die Ruhe geniessen. Wer die Umgebung erkunden will, folgt der rot markierten «Tour du Vallon». Über den Col de Matze geht es nun nach Les Marécottes oder zurück nach Salvan. Der attraktive Waldweg nach Les Marécottes mit atemberaubender Aussicht auf die Rhoneebene ist aber auf jeden Fall empfehlenswert.

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282T Martigny

CHF 22.50

Tag

Basilea Campagna Vallese Escursione Estate Media

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