Proposte escursionistiche • Sentieri Svizzeri

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Auf preisgekröntem Weg durchs wilde Val Sumvitg Nr. 2359
Runcahez Val Sumvitg — Surrein, vitg • GR

Auf preisgekröntem Weg durchs wilde Val Sumvitg

Um ein Gebiet mit Steinschlaggefahr zu umgehen, wurden im Val Sumvitg der Bergwanderweg auf die andere Talseite verlegt und eine neue Brücke gebaut, damit der Zugang zur Terrihütte erhalten bleibt. 2026 wurde das Projekt mit dem Prix Rando ausgezeichnet. Auch ohne Abstecher zur Hütte ist die Brücke in der gleichermassen anmutigen wie rauen Landschaft ein lohnendes Wanderziel. Von Juni bis Oktober fährt vom RhB-Bahnhof Rabius-Surrein zweimal täglich ein reservationspflichtiger Bus Alpin bis zum kleinen Stausee Runcahez. Von da an führt der Wanderweg dem Rein da Sumvitg entlang immer weiter talaufwärts. Dank des Widerstands von Naturschützern gegen die Überflutung der Greinahochebene rauscht der Bergbach heute noch naturbelassen dem Vorderrhein entgegen. Vor allem ganz hinten im Tal, im Gebiet Encardens, hat er schöne Pools in den Granit geschliffen, die im Hochsommer Wandernden eine willkommene Abkühlung bieten. Nach einer ausgiebigen Rast bei der neuen Brücke geht es ein Stück weit den gleichen Weg zurück bis zum Übergang Clavaus, der auch für den Viehtrieb genutzt wird. Hier wechselt man die Flussseite und wandert gemütlich auf der linken Talseite abwärts. Plötzlich taucht ein verlassener Hotelkomplex aus dem Nichts auf. Das Tenigerbad entstand im 19. Jahrhundert, wurde in den 1970er-Jahren nochmals kräftig ausgebaut und ging dann bald Konkurs. Weitere Höhepunkte auf dem Rückweg sind die Punt pendenta, die Hängebrücke über einen Seitenbach des Rein da Sumvitg, und die traditionsreiche Ustria Val Sumvitg. Der letzte Abschnitt führt oberhalb einer wilden Schlucht bis nach Surrein, wo man von der gewagten Architektur des Wohnhauses von Simon Jacomet, einem einheimischen Skidesigner und Künstler, überrascht wird. Vom Dorfzentrum fährt ein Bus zurück zum Bahnhof – oder man wandert in gut 20 Minuten auf die andere Talseite.
Rundwanderung vom Bergseeli zum Wasserfall Nr. 2391
Lauenensee • BE

Rundwanderung vom Bergseeli zum Wasserfall

Von der Bushaltestelle Lauenensee folgt man zunächst dem gelb signalisierten Wanderweg Richtung Louwenesee. Der kleine Schlenker zu Beginn der Wanderung lohnt sich: Eingebettet zwischen Moorflächen und Wiesen, spiegelt das klare Wasser des Sees die Gipfel der Umgebung. Für ein kurzes Wegstück folgt man der Schweiz-Mobil-Route 307 südwestlich. Sobald die Steigung beginnt, verlässt man sie und hält sich links am Waldrand. Auf einem unmarkierten Weg geht es wenige Meter zurück zum Gältebach, wo der Weg in einen weiss-rot-weiss markierten Bergwanderweg mündet. Nun folgt man der Signalisation Richtung Geltenhütte SAC. Immer wieder in Seh- und Hörweite des Gältebachs steigt der Wanderweg nun das Tal hinauf. Bei Im Ture gibt ein erster Wasserfall einen Vorgeschmack darauf, was kommt. Schliesslich erwartet einen der eigentliche Höhepunkt der Wanderung: der Wasserfall Gälteschutz. Über eine Fallhöhe von 180 Metern krachen hier gewaltige Wassermassen in die Tiefe. Umgeben von bunten Blumenwiesen und markanten Felswänden entfaltet sich eine spektakuläre Kulisse – besonders eindrucksvoll nach der Schneeschmelze. An der angrenzenden Bergflanke des Gälteschutz wird der Weg steiler und felsiger. Hier ist Trittsicherheit gefragt. Auf 2002 Metern erreicht man schliesslich die Geltenhütte SAC, die inmitten des Naturschutzgebiets Gelten-Iffigen zur Einkehr einlädt. Die Hütte liegt am Fusse des Hahneschritthore, mit Blick auf Wildhorn, Geltenhorn und Arpelihore. Der Rückweg führt abwechslungsreich an der anderen Talseite entlang. Via Gältetrittli und Tungeltrittli führt der Weg bis nach Vorschess, wo eine enge Kehrtwende in einem gelb markierten Wanderweg mündet und einen zurück an den Louwenesee bringt. Zum Abschluss kann nochmals der Blick auf den zweiten grossen Wasserfall dieser Wanderung, den Tungelschutz, genossen werden. Er sammelt die Gewässer der Alpen Stieretungel und Chüetungel und ergiesst sich über steile Felsen in den Tungelbach.
Grosses Panorama auf dem Gibel Nr. 2292
Käserstatt • BE

Grosses Panorama auf dem Gibel

Dank der Bergbahnen Meiringen–Hasliberg ist diese aussichtsreiche Wanderung auf rund 2000 M. ü. M. für ein breites Publikum gut erreichbar. Der Weg ist grösstenteils weiss-rot-weiss markiert und technisch einfach. Von der Bergstation Käserstatt führt die Route zunächst leicht abwärts Richtung Vordere Staffel. Beim Punkt 1777 gilt es, nicht der Fahrstrasse zu folgen, sondern den links abzweigenden Wanderweg zu wählen. Dieser quert ein naturnahes Gebiet mit Moorflächen, die dank Holzstegen problemlos passiert werden können. Bereits hier eröffnen sich eindrucksvolle Ausblicke auf die Berner Alpen mit ihren über 4000 Meter hohen Gipfeln sowie auf den Brienzersee. Nach der Durchquerung des kleinen Weilers Vordere Staffel beginnt der rund einstündige Aufstieg zum Gibel. Kurz vor dem Gipfel lohnt sich bei Punkt 1976 ein kurzer Abstecher nach links. Wenige Schritte abseits des Weges befindet sich ein Rastplatz mit Sitzbänken und einer eindrucksvollen Aussicht tief hinunter auf den Brienzersee. Für den weiteren Aufstieg folgt man der Signalisation Richtung Gibel. Mit einem kurzen Abstecher in den Nachbarkanton Obwalden eröffnet sich der Blick auf den Lungerersee. Wenig später ist der Gipfel des Gibel auf 2036 Metern erreicht. Auf dem aussichtsreichen Gipfel laden mehrere Sitzbänke zum Verweilen ein. Das Panorama reicht von Eiger, Mönch und Wetterhorn bis zu den Gletschern der umliegenden Hochalpen. Der Rückweg verläuft angenehm bergab zurück nach Käserstatt. Der Wanderweg führt durch blumenreiche Alpweiden und bietet immer wieder schöne Ausblicke auf die umliegende Berglandschaft. Zum Abschluss der Tour lädt die Sonnenterrasse des Bergrestaurants Käserstatt zu einer wohlverdienten Pause ein.
Rundwanderung ab Isenthal hoch über dem Urnersee Nr. 2291
Isenthal, Dorf • UR

Rundwanderung ab Isenthal hoch über dem Urnersee

Isenthal, ein kleines Urner Bergdorf mit rund 500 Einwohnerinnen und Einwohnern, liegt auf 771 M. ü. M. eingebettet in eine eindrucksvolle Berglandschaft. Von hier aus führt diese abwechslungsreiche Rundwanderung auf den Scheidegg-Grat, eine markante Felskette mit grossartigen Ausblicken auf den Urnersee und die umliegenden Gipfel. Zu Beginn folgt die Route westwärts der Strasse. Doch schon bald zweigt der Bergwanderweg rechts ab und gewinnt an Höhe. Nach einem zunächst sanften Anstieg wird das Gelände steiler. Der Blick schweift dabei immer wieder zur Bergkette an der Kantonsgrenze zwischen Uri und Nidwalden mit Gipfeln wie dem Chaiserstuel und dem Hoh Brisen. Nach etwas mehr als einer Stunde erreicht man die Geländeterrasse Oberre Furggelen. Von hier eröffnet sich erstmals der Blick auf den Urnersee. Anschliessend führt der Weg weiter bergauf durch dichten Nadelwald. Der zunehmend steinige Pfad folgt schliesslich dem Scheidegg-Grat und schlängelt sich zwischen zahlreichen Föhren hindurch, die dem Abschnitt einen beinahe mediterranen Charakter verleihen. Rund zwei Stunden nach dem Start in Isenthal ist der höchste Punkt der Wanderung auf 1413 Metern erreicht. Durch die Bäume hindurch zeigen sich im Süden Gipfel wie der Brunnistock, der Urirotstock und der Schlieren. Im zweiten Teil der Wanderung folgt die Route dem Grat ostwärts. Dabei eröffnen sich immer neue Perspektiven auf den Urnersee, den südlichsten Arm des Vierwaldstättersees. In der Ferne ist die Kantonshauptstadt Altdorf zu erkennen. Ab Oberbärchi führt der Weg zurück ins Tal. Der Weg ist durchgehend gut signalisiert und weist keine ausgesetzten oder absturzgefährdeten Stellen auf. Die Wanderung verlangt aufgrund der Länge und der Höhenmeter dennoch eine gute Grundkondition. Da auf den Höhenzügen keine Wasserstellen vorhanden sind, empfiehlt es sich, ausreichend Wasser mitzunehmen.
Auf Reptilien-Tour im Schenkenbergertal Nr. 2334
Schinznach Dorf, Oberdorf — Thalheim AG, Dorfplatz • AG

Auf Reptilien-Tour im Schenkenbergertal

Das Aargauer Schenkenbergertal liegt recht unscheinbar hinter der ersten Jurakette zwischen Aarau und Brugg. Trotz seiner Nähe zum Mittelland fühlt man sich hier bereits weit weg von Autobahnen, Logistikzentren und der geschäftigen Welt. Felder, Wiesen und Rebberge breiten sich in den niedereren Lagen aus, während die steileren Hügelzüge bewaldet sind, sodass sich so eine abwechslungsreiche Rundwanderung ergibt. Von Schinznach Dorf geht es auf dem 2022 eröffneten Historischen Rundweg den Berg hinauf, zwischen dem Wald und ausgedehnten Rebbergen. Dieser Teil der Wanderung ist gleich auch der erfolgversprechendste Abschnitt, um Eidechsen zu entdecken. Mauereidechsen sonnen sich bei günstigem Wetter gerne auf den Steinen der langen, streckenweise neu errichteten Trockenmauern, während Zauneidechsen sich eher in der Vegetation aufhalten. Besonders die Zauneidechse ist darauf angewiesen, dass der Mensch ihr solche Lebensräume schafft, da viele Populationen durch die intensive Landwirtschaft auf kleinste Bestände geschrumpft sind. Auf den freien Höhen bei der Buechmatt ergeben sich die ersten schönen Weitblicke über das ganze Schenkenbergertal. Anschliessend geht es für ein paar Kilometer südwestlich durch den Wald. Etwas vor der Staffelegg, dem Passübergang zwischen Aarau und Frick, kehrt die Wanderung wieder nach Osten. Meistens wandert man nun auf angenehmen Schotterstrassen durch Felder und an Waldrändern entlang in Richtung Thalheim AG. Auf einem bewaldeten Hügel in der Mitte des Tales thront die Burgruine Schenkenberg mit ihren eindrücklichen Mauern und Türmen. Sie wurde im 13. Jahrhundert von den Habsburgern errichtet und verfiel im 18. Jahrhundert. Heute ist sie gesichert und konserviert und sogar ein Baudenkmal von nationaler Bedeutung. Für die Heimreise nimmt man den Bus beim grossen Brunnen auf dem Dorfplatz von Thalheim AG.
Una tranquilla passeggiata tra natura e città Nr. 2311
Russin — Genève • GE

Una tranquilla passeggiata tra natura e città

In quest’escursione si scoprirà la regione di Ginevra in tutti i suoi aspetti: natura, mezzi di trasporto, fiumi, incantevoli sentieri boschivi e, per finire, l’allegro trambusto della città. Ma procediamo con ordine: il sentiero inizia a Russin. Dalla stazione ferroviaria passa dapprima attraverso vigneti e poi sul coronamento della diga Barrage de Verbois. Di tanto in tanto si sente il rumore degli aeroplani e magari ci si ferma un attimo per scorgerne uno. Ad Aire-la-Ville si trova l’eccellente Café du Levant. Da qui non è più tanto distante il cavalcavia autostradale che attraversiamo. Nella riserva naturale di Bois des Mouilles una passerella in legno conduce a uno stagno fotogenico. Qui la regione si mostra dal suo lato più ameno: tratti boschivi, dove in primavera le foglie si illuminano di un bel verde intenso. Nei boschi di Onex il paesaggio diventa davvero da favola, con i suoi sentieri tortuosi. Lì si raggiunge anche il Rodano, lungo il quale l’escursione procede sul Sentier du Rhône verso la città. Accanto al cimitero di Saint-Georges, dal 1880 il camposanto più esteso di Ginevra, si trova un piccolo zoo con il simpatico Café de la Tour. Superati gli ultimi scalini ci si ritrova improvvisamente nel cuore pulsante di Ginevra, dove caffè, cultura e storia attraggono i visitatori.
Idyllische Wildnis und Steinbruch bei La Sarraz Nr. 2327
Ferreyres, village — Eclépens, gare • VD

Idyllische Wildnis und Steinbruch bei La Sarraz

Am Mormont prallen Welten aufeinander: Eindrückliche Natur wechselt sich ab mit industrieller Geschichte der letzten Jahrzehnte. Denn am Fusse des Hügels wird Kalkstein abgebaut, aus dem schliesslich Zement entsteht. Ab der Bushaltestelle «Ferreyres, village» geht es zuerst sanft hinunter zur Venoge. Bald nach deren Überquerung kommt man zu einer Strasse und folgt dieser einige Dutzend Meter bis zu einem Parkplatz. Wegweiser zeigen Richtung der Tine de Conflens, zu einer Schlucht mit einer Gruppe von gerade im Frühling besonders lebhaft sprudelnden Wasserfällen. Der Ort ist bekannt und beliebt, weshalb sich ein Besuch an einem Werktag oder sonst frühmorgens am Wochenende empfiehlt. Ein Waldweg führt bis zur Industriebrache La Filature, von 1871 bis 1977 Standort einer Textilfabrik und heute ein Kunsthandwerk- und Kulturzentrum. Danach durchquert man das Städtchen La Sarraz in Richtung des Bahnhofs. Der nächste Abschnitt folgt dem Chemin des Vignes bis zum Dorf Eclépens. Nach einer knappen halben Stunde erreicht man den von Holcim betriebenen Steinbruch. Mehrere Hütten dienen dem Schutz von Wandernden bei Sprengungen, die zum Abbau des Gesteins vorgenommen werden. Ein kostenloser Informationsdienst warnt auf Französisch per SMS jeweils 15 Minuten vor einer Sprengung. Um den Steinbruch herum geht es zurück in den Wald und über den Hügel. Anschliessend führt ein nicht signalisierter und offiziell unterhaltener Weg zum Canal d’Entreroches, angelegt im 17. Jahrhundert als Teil eines geplanten Netzes von Kanälen zwischen der Nordsee und dem Mittelmeer – ein Vorhaben, das nie vollendet wurde. 400 Meter vom Kanal in östlicher Richtung befindet sich der Parc naturel des Jonquilles (auf Google Maps eingezeichnet), in dem zu Beginn des Frühlings die Osterglocken blühen. Ab da ist es nicht mehr weit bis zum Bahnhof von Eclépens.
Rocce montonate nel Ticino meridionale Nr. 2372
Corticiasca, Paese — Lelgio, Paese • TI

Rocce montonate nel Ticino meridionale

I ghiacciai dell’era glaciale hanno modellato l’altopiano nei pressi di Gola di Lago, lasciando un paesaggio variegato caratterizzato da colline rocciose arrotondate, tra le quali si estendono oggi zone palustri e boschi di betulle, più tipici della Scandinavia che del Ticino meridionale. Da Corticiasca, con le sue caratteristiche case in pietra, il sentiero escursionistico sale attraverso il bosco e costeggia cespugli di ginestra alti quanto una persona, prima di trasformarsi in un sentiero panoramico con una magnifica vista fino alla grande croce presso il Motto della Croce. Da Davrosio si possono già ammirare dall’alto le rocce montonate di Gola di Lago. Poco prima di raggiungere questo altopiano, il sentiero attraversa in profondità la montagna il tunnel di base del Monte Ceneri. Questo tunnel ferroviario, lungo 15 chilometri e situato tra Camorino e Vezia, ha ulteriormente abbassato il tracciato dell’asse del San Gottardo della NFTA, portando il punto più alto a soli 550 metri sul livello del mare e consentendo il transito di treni merci fino a 4000 tonnellate. Circa otto minuti a ovest del passo che collega la Val Capriasca alla Val d’Isone, sull’Alpe Santa Maria, è possibile fermarsi per una pausa, acquistare specialità a base di formaggio e bevande. Durante la discesa verso Lelgio, le foglie di castagno nascondono le irregolarità e il pietrisco sul sentiero, richiedendo attenzione e concentrazione.
Zu den Gletschertöpfen im Puschlav Nr. 2371
Sfazù, Fermata — Cavaglia • GR

Zu den Gletschertöpfen im Puschlav

Während der jahrtausendelangen Vergletscherung durch den eiszeitlichen Palügletscher entstanden bei Cavaglia bis zu zehn Meter tiefe und fünf Meter breite Gletschertöpfe und Strudeltöpfe. Sie bildeten sich, weil Schmelzwasser durch Risse und Spalten im Gletschereis bis hinunter auf den felsigen Untergrund floss. Mitgerissenes Geröll hobelte und schliff in den wirbelnden Bewegungen des Schmelzwassers während Jahrtausenden immer tiefere Löcher in den Fels, und schuf dabei Gletschertöpfe in allen Grössen. Die Wanderung von Sfazù nach Cavaglia ist nur trittsicheren, schwindelfreien Wandernden zu empfehlen. Der Wanderweg führt in kurzen und steilen Auf- und Abstiegen dem Talhang entlang. Eine besonders ausgesetzte Stelle ist mit Drahtseilen gesichert. Immer wieder gibt der Wald Blicke frei auf das tief zwischen den Bergketten eingeschnittene Val Poschiavo, dessen Geländeform ebenfalls vom Gletschereis modelliert wurde. Nach einem letzten ruppigen Abstieg auf einem Weg mit lockerem Geröll ist der Gletschergarten bei Cavaglia erreicht. Ein Rundweg führt durch den frei zugänglichen, eindrücklichen Gletschergarten mit den teilweise begehbaren Gletschertöpfen.
Vom idyllischen Toteissee zum Zürichsee Nr. 2370
Grüningen, Stedtli — Uerikon • ZH

Vom idyllischen Toteissee zum Zürichsee

Der Lützelsee und seine Umgebung gehören zu den Landschaften und Naturdenkmälern von besonderer nationaler Bedeutung, und der See gilt als einer der schönsten der Region. Es handelt sich dabei um einen Toteissee, der gegen Ende der letzten Eiszeit entstanden ist, als sich der Linthgletscher zurückzog. Dabei trennte sich ein grosser Eiskörper von der Gletscherzunge und wurde vom Schmelzwasser mit Sand und Geröll bedeckt. Eis ohne Kontakt zur Zunge wird als Toteis bezeichnet. Bedeckt von einer schützenden Schicht schmilzt solches Eis langsam ab, und hinterlässt dabei ein Loch, das von Regen- oder Grundwasser gefüllt wird. Die meisten Toteisseen –nicht aber der Lützelsee –haben keinen Zu- und Abfluss. Von Grüningen aus führt die Wanderung durch eine hügelige Drumlinlandschaft, vorbei am Botanischen Garten. Bis Ende Oktober ist diese wunderschöne Anlage frei zugänglich. Um den Lützelsee herum lassen sich auch im Herbst einzelne Störche beobachten, die in den Feuchtwiesen Mäuse, Regenwürmer oder Frösche suchen. Sie brüten seit Jahrzehnten im Hasel. Nach Hombrechtikon führt der Wanderweg mit schönster Aussicht über den Zürichsee dem Trüllisberg entlang nach Uerikon.
Zu den Schotterebenen im Luzerner Seeland Nr. 2369
Emmenbrücke Kapf — Ballwil • LU

Zu den Schotterebenen im Luzerner Seeland

Vor über 80 000 Jahren transportierte der vorrückende Reussgletscher riesige Geröll- und Sandmengen aus den Alpen in die Gegend nördlich von Luzern. In der riesigen, spärlich bewachsenen Schotterebene suchten Mammuts, Wollnashörner, Rentiere und Wölfe nach Nahrung. Durch die vorrückenden und sich wieder zurückziehenden Eismassen war die Gegend mehrmals von einem Eispanzer bedeckt und wurde wieder freigegeben. Die Schichten der Schotterwände in den Kiesgruben der Gegend verraten, dass über Ballwil das Eis phasenweise mehrere Hundert Meter dick war. Vom Gewicht dieser Eismassen wurden die ursprünglich lockeren Schotterablagerungen kompakt zusammengepresst. Der Schotter im Untergrund ist heute nicht nur ein wertvoller Rohstoff für die Bauindustrie, sondern auch ein wichtiger Grundwasserleiter. Mit schönster Aussicht auf die Alpen, die Rigi und den Pilatus führt die Wanderung von Rothenburg nach Ballwil. Zwischendurch wird der Wanderweg zum schmalen Pfad, der über Weiden, an Bauernhöfen und sogar an einem Weingut vorbei führt. Kurz vor Ballwil ermöglicht eine Kiesgrube Einblick in die Vergangenheit und die Schätze im Untergrund.
Zu den Lössböden bei Basel Nr. 2368
Allschwil, Dorf — Basel, Neubad • BL

Zu den Lössböden bei Basel

Die Nordwestschweiz mit dem Baselbiet blieb während der Eiszeiten immer eisfrei. Doch auch hier gibt es Spuren der Eiszeit: der gelbliche Lössboden im Untergrund. Während der Eiszeiten und beim Rückzug der Gletscher verfrachteten Winde riesige Mengen an Gesteinsmehl aus den Gletschervorfeldern in die Region um Basel. Der sogenannte Löss besteht vor allem aus Kalk- und Tonmineralien und sehr feinen Quarzsandkörnern. Aus diesen Lössablagerungen entwickelten sich sehr fruchtbare Böden, die gut Wasser speichern und von den Pflanzen leicht durchwurzelt werden können. Von der Tramhaltestelle in Allschwil sind es dem Mülibach entlang nur wenige Schritte von der Stadt aufs Land. Durch farbigen Herbstwald und an abgeernteten Feldern vorbei führt der Wanderweg durch das beschauliche Mülital und dann zur Anhöhe bei Ziegelhof. Durch farbigen Buchenwald geht es hinunter zum Dorenbach. Wer Lössboden sehen möchte, verlässt bei Herzogematt den offiziellen Wanderweg und folgt einem kleinen Pfad zu den Teichen. Schon nach wenigen Schritten ist am Wegrand der gelbliche Untergrund zu sehen. Nach einer Schlaufe am Aussichtsturm vorbei zurück zum offiziellen Wanderweg geht es weiter dem Dorenbach entlang Richtung Basel.
Hinterlassenschaften des Aaregletschers Nr. 2367
Kirchdorf BE, Kirchgasse — Toffen • BE

Hinterlassenschaften des Aaregletschers

Diese Wanderung am Fuss des Belpbergs von Kirchdorf nach Toffen führt durch eine Landschaft, die vom eiszeitlichen Aaregletscher geprägt wurde. Die Wanderstrecke lag während der Eiszeiten unter einem Panzer von mehreren Hundert Metern Eis, das bis über den Belpberg reichte. Beim Rückzug des Gletschers blieb bei Gerzensee ein grosser Eiskörper zurück. Solches Eis ohne Verbindung zur Gletscherzunge wird als Toteis bezeichnet. Beim Schmelzen entstand eine Vertiefung, die sich mit Wasser füllte und einen See bildete: den Gerzensee. Dieser von Schilf und Feuchtwiesen umgebene Toteissee ist heute ein Naturschutzgebiet und aus einiger Entfernung vom Wanderweg aus sichtbar. Dem vom Eis modellierten Westhang des Belpbergs entlang geht es mit schöner Aussicht über das Gürbetal weiter Richtung Toffen. In einer früheren Eiszeit hobelte der Aaregletscher eine schmale und etwa 150 Meter tiefe Schlucht unter dem heutigen Talboden aus. Gegen Ende der Eiszeit gruben sich die Eismassen nicht mehr tiefer in den Talboden, sondern verbreiterten ihn. Von der einst tiefen Gletscherschlucht im Gürbetal sieht man heute nichts mehr, sie wurde mit Geröll und Geschiebe aufgefüllt.
Nach Neuchâtel verschleppter Findling Nr. 2366
Chaumont — Valangin, centre • NE

Nach Neuchâtel verschleppter Findling

Auf den ersten Blick könnte der riesige, schräg aufragende Granitfindling oberhalb von Neuchâtel auch eine Kunstinstallation sein, so ungewohnt ist sein Anblick. Mit etwas Fantasie erinnert der fast 3000 Tonnen schwere Gesteinskoloss an eine sprungbereite Kröte – immerhin ist er danach benannt, denn «Bot» bedeutet «Kröte» im Patois. Während der letzten Eiszeit vor etwa 20 000 Jahren wurde der Felsbrocken vom Rhonegletscher aus dem Mont-Blanc-Gebiet bis hierhin verschleppt. Gleich zu Beginn der Wanderung ist der zahlungspflichtige Aussichtsturm auf dem Chaumont den Franken absolut wert. Durch Wald und Weiden führt der Wanderweg anschliessend hinunter zur Geländeterrasse, wo etwas versteckt im Wald der eindrückliche und sehenswerte Findling Pierre-à-Bot thront. Nach dem Überqueren zweier Strassen biegt die Route rechts auf einen unmarkierten Waldweg ab, bevor sich nach 150 Metern wieder in einen offiziellen Wanderweg mündet. Der Weiterweg erfordert kurz vor Valangin Trittsicherheit und Schwindelfreiheit. Die steilen, etwas ausgesetzten Abschnitte können auf der Waldstrasse umgangen werden. Vor der Heimreise lohnt sich ein Rundgang durch das gut erhaltene Städtchen Valangin mit seinem Schloss.
Über die Krete des Fringelibergs Nr. 2362
Bärschwil, Dorf • SO

Über die Krete des Fringelibergs

Bärschwil liegt in einem Talkessel südlich von Laufen und nördlich eines Ausläufers des Kantons Jura. Rundherum liegen sanfte, bewaldete Hügel, die im Herbst feurig leuchten. Einer davon ist der Fringeliberg, auf den diese Wanderung führt. 1557 wurde der Gebirgszug von einem Solothurner Stadtbürger namens Andreas Fringeli gekauft und trägt im Volksmund seither seinen Namen. Noch heute sind Fringelis in Bärschwil wohnhaft und heimatberechtigt. Rasch ist das kleine Solothurner Dorf verlassen, und über eine Kuhweide geht es an Bützi vorbei aufwärts. Es folgt ein steiler Anstieg durch den Wald. Hier ist Vorsicht geboten: Unter dem Falllaub kann es nass und rutschig sein, zudem ist das Gelände uneben. Trittsicherheit und gutes Schuhwerk sind gefragt. Zwischen den bunten Baumkronen ragen rechterhand senkrechte Kalkfelsen in die Höhe. Schliesslich bricht der Weg aus dem Wald heraus. Nun braucht es etwas Orientierung, da sich die Wegspur im Gras verliert. Folgt man der Signalisation, führt der Wanderweg geradewegs über die Wiese zum Weiler Vögeli. Auf einem Mergelweg wandert man mit Blick auf die Roti Flue gemächlich den Hang hinauf. Schliesslich biegt der Wanderweg links ab und führt auf den Rechtenberg, einen Abschnitt des Fringelibergs. Oben wartet ein hübscher Picknickplatz beim Naturfreundehaus. Danach wandert man auf der Krete weiter. Weisses Gestein blitzt zwischen roten Buchenblättern hervor. Auch hier besteht im Herbst Rutsch- und Stolpergefahr. Man ist fast allein unterwegs und geniesst fantastische Ausblicke auf das Schwarzbubenland, den Schwarzwald, die Vogesen und das Val Terbi. Nach einiger Zeit biegt der Wanderweg links Richtung Ober Fringeli ab. Von da gehts steil abwärts – erst durch Wald, dann über Landwirtschaftsland, vorbei am Haselhof, und schon bald ist man wieder mitten in Bärschwil.
Bei jedem Wetter auf dem Luzerner Kapellenweg Nr. 2361
Hellbühl, Post — Buttisholz, Dorf • LU

Bei jedem Wetter auf dem Luzerner Kapellenweg

Neben klassischen Schönwetterwanderungen, die man wegen der Aussicht vorwiegend bei Sonnenschein unternimmt, gibt es Routen, die sich auch bei argem Hudelwetter begehen lassen. Der Luzerner Kapellenweg gehört dazu. Ihn säumen zahlreiche Kirchen und Kapellen, die einen lebendigen Einblick in die sakrale Architektur des Luzerner Hinterlands vermitteln – und gleichzeitig für Schutz vor den Unbilden der Witterung sorgen. Der Kapellenweg beginnt bei Hellbühl und endet in Ettiswil. Mehr als fünf Stunden dauert die gesamte Tour. Wem das für einen neblig-nassen Tag zu lang ist, der beschränkt sich auf ein Teilstück. Empfehlenswert ist etwa die erste Hälfte der Route. Dieser Wandervorschlag beginnt mit dem einzigen nennenswerten Anstieg der Strecke: Von Hellbühl geht es 100 Höhenmeter aufwärts nach Hueb. Wenig später erreicht man mit der Katharinen-Kapelle bei Under Herreweg bereits den höchsten Punkt der Tour; von nun an wandert man meist ebenen Wegs via Ruswil, St. Ulrich und St. Ottilien nach Buttisholz. Das sanft hügelige Rottal, durch das der Kapellenweg führt, ist eine Gegend mit intensiver landwirtschaftlicher Nutzung. Kornfelder, Wiesen und Weiden prägen die Gegend. Die Kehrseite der schmucken Medaille: Die meisten Bauernhöfe sind mit Strässchen erschlossen. Das Verkehrsaufkommen ist zwar gering, für Wandersleute ist die Sache trotzdem etwas unerfreulich: Der Kapellenweg verläuft zu mehr als der Hälfte auf Hartbelag. Zwischen den asphaltierten Strecken gibt es glücklicherweise immer wieder naturnahe Abschnitte. Besonders reizvoll ist etwa das Teilstück von Rüediswil nach Buttisholz. An dieser Strecke liegt auch die Wallfahrtskapelle St. Ottilien. Mit ihrem achteckigen Grundriss und ihrer zierlichen Silhouette ist sie ein aussergewöhnliches Juwel unter den Sakralbauten der Schweiz.
Gletscherspuren auf der Elsigenalp Nr. 2364
Elsigenalp • BE

Gletscherspuren auf der Elsigenalp

Die Landschaftsformen auf der Elsigenalp sind geprägt von Bergstürzen und eiszeitlichen Gletschern. Beim Elsigsee finden sich Buckelmoränen, die von einem Gletscher geformt wurden, der während der Eiszeiten aus dem Glögglital floss. Seine Oberfläche war mit viel Gesteinsschutt von den steilen Felswänden des Allmegrats bedeckt. Beim Abschmelzen hinterliess der Gletscher die hügelige Landschaft um den Elsigsee. Von der Bergstation auf der Elsigenalp führt der Wanderweg zuerst auf einem asphaltierten Alpsträsschen und dann auf einem schmalen Pfad zielstrebig Richtung Elsighorn. Das Bimmeln der Kuhglocken ist im Herbst verstummt und die Weiden sind abgegrast. Nach einem kurzen, steilen Abschnitt ist der Gipfel des Elsighorns erreicht. Eine grossartige Rundsicht und eindrückliche Tiefblicke ins Frutigtal belohnen den Aufstieg. Beim Abstieg ist im Süden das hügelige Gelände um den Elsigsee gut sichtbar. Die ursprünglich vegetationslosen Schutthügel sind heute mit Gras und Fichten bewachsen. Nach trockenen Sommern ist der kleine Bergsee, der keinen direkten Zu- und Abfluss hat, gegen Ende August meist ausgetrocknet. Nach Regenfällen im Herbst füllt er sich wieder.
Steinreiche Wanderung über die Fallerfurgga Nr. 2360
Avers, Juf — Mulegns • GR

Steinreiche Wanderung über die Fallerfurgga

Die Schweizer Alpen sind ein vergleichsweise junges Gebirge und ein überaus komplexes Gebilde aus Gesteinen verschiedener Herkunft. Im Laufe der Zeit wurden die Gesteine verfaltet, zerschert und vielerorts wie in einem Ofen verflüssigt und umgeformt. Einer der spannendsten Orte, diese Vielfalt an Gesteinen und Strukturen zu sehen, ist die Fallerfurgga zwischen Juf und Bivio im südwestlichen Graubünden. Vom Startpunkt Juf geht es anfänglich durch weite Wiesen und Weiden hoch zum Stallerberg-Pass. Auf dem weiteren Anstieg an den pittoresken Flüeseen vorbei hoch zur Fallerfurgga wird die Vegetation immer spärlicher, und die ganze Gesteinsvielfalt liegt einem nun zu Füssen. Das Gebiet des Mazzaspitzes linkerhand besteht vor allem aus Serpentinit, Kalk, Tonschiefer und Metabasalt. Der Piz Surpare auf der rechten Seite ist noch vielfältiger: Hier findet man Metarhyolithe, Radiolarite, Dolomite, Tonschiefer, Phyllite und Serpentinite. Stundenlang könnte man hier eine Sammlung von Steinen mit den schönsten Farben, eigentümlichsten Formen und rätselhaftesten Strukturen zusammenstellen. Vom Pass geht es über grobes, aber unschwieriges Geröll hinab durch das lang gezogene Val Bercla. Wer ein ruhiges und idyllisches Plätzchen für eine längere Pause sucht, kann – falls der Bach nicht zu viel Wasser führt – auf 2500 Metern links abzweigen und erreicht über einfaches und wegloses Gelände den Lai Neir. Nach etwa 900 Metern Abstieg von der Fallerfurgga erreicht man Faller, mit ebenen, saftig grünen Wiesen und dem kleinen Weiler Tga. Schliesslich steigt man auf Wanderwegen und Waldstrassen durch das Val da Faller hinab zur Postautostation in Mulegns.
Zu den Kames im Greyerzerland Nr. 2365
Rossens FR, village — La Roche FR, village • FR

Zu den Kames im Greyerzerland

Kames wie bei Pont-la-Ville sind kegelförmige Hügel, die in diesem Fall der eiszeitliche Rhonegletscher hinterlassen hat. Sie entstehen, wenn Schmelzwasser auf der Gletscheroberfläche Geröll mitreisst, durch Spalten bis an den Grund des Gletschers verfrachtet und dort anhäuft. Mehrere solcher Rundhügel blieben in diesem Gebiet im Greyerzerland erhalten, weil sich der Rhonegletscher nicht mehr bewegte und sie nicht unter sich zerstörte, sondern nur noch abschmolz und zusammensackte. Von Rossens führt der Wanderweg hinunter zur Staumauer des Lac de la Gruyère, und quert auf einer Hängebrücke eine Seebucht. Der 1948 in Betrieb genommene Stausee ist volumenmässig der drittgrösste, flächenmässig der zweitgrösste und mit seinen über 13 Kilometern der längste Stausee in der Schweiz. Nach einem kurzen Aufstieg vom Seeufer hoch zum Hof Les Entos taucht der erste Kame auf. Dieser Begriff bedeutet auf Schottisch «steiler Hügel aus Lockermaterial». Formschön erhebt sich der erste Kegel vor dem fernen Gibloux mit seiner Antenne auf der anderen Seeseite. Während des weiteren Aufstiegs tauchen immer mehr dieser eiszeitlichen Kames auf. Vom Fuss des Hügels La Combert sind sie nochmals von oben zu sehen, dann steigt der Wanderweg hinunter nach La Roche.
Über eine Moräne im Val Ferret Nr. 2363
La Fouly VS — Praz-de-Fort • VS

Über eine Moräne im Val Ferret

Die Crête de Saleinaz ist eine mächtige, fast hundert Meter hohe Seitenmoräne, die in der letzten Eiszeit von einem Gletscher aus dem Mont-Blanc-Gebiet vor Praz-de-Fort hinterlassen wurde. Die steile Moräne steht wie ein künstlicher Damm quer zum Haupttal. Einst erreichte ihre Stirn sogar den gegenüberliegenden Talhang, bevor sich die Dranse de Ferret einen Weg durch die Geröllmassen bahnte und den Geröllriegel abtrug. Granitgipfel mit eindrücklichen Zackengraten säumen das sonnige Val Ferret. Von La Fouly führt die Wanderung am türkisfarbenen Staubecken vorbei hinunter ans Ufer der Dranse de Ferret und folgt ihr in leichtem Auf und Ab. Ihr breites Bachbett lässt die gewaltigen Wassermassen erahnen, die sich nach Gewittern hier talwärts wälzen. Ein kurzer, etwas ausgesetzter Wegabschnitt ist mit Stahlseilen gesichert. Schon von Weitem ist die Crête de Saleinaz im Talgrund sichtbar. Der Wanderweg führt über den breiten Scheitel der Moräne, die heute von Lärchenwald bewachsen ist. Waldboden bedeckt das Moränenmaterial, das vom kleinen Kiesel bis zum grossen Findlingsblock Steine unterschiedlichster Grössen enthält. Vom Fuss der Moräne sind es nur noch wenige Minuten bis Praz-de-Fort.
Lausanner Kulinarikwanderung Nr. 2358
Lausanne, Lac Sauvabelin — Lausanne • VD

Lausanner Kulinarikwanderung

Den Kanton Waadt kann man in einem Tag erleben. Jedenfalls kulinarisch. Ob Käse aus den Alpes vaudoises in der Käserei Macharet, Bier aus dem Jorat aus dem Laden La Mise en Bière oder Eglifilets aus dem Genfersee in der Brasserie de Montbenon in der gleichnamigen Esplanade: All diese Köstlichkeiten liegen bei dieser Stadtwanderung in Lausanne am Weg. Zu Beginn bringt der Bus die Wandernden nach «Lausanne, Lac Sauvabelin». Vom Seelein ist der Tour de Sauvabelin nur wenige Schritte entfernt. 151 Treppenstufen später belohnt einen das Panorama auf sämtliche Regionen des Waadtlandes. Danach geht es durch den Wald in den Parc de l’Hermitage. Beim Château Saint-Maire taucht man in die Altstadt ein, ganz nahe ist auch die Kathedrale Notre-Dame. Über die Escaliers du Marché führt der Weg zum Place de la Palud. Beim Schlendern durch die Altstadt und den moderneren Quartierteil Flon findet sich manch eine kulinarische Entdeckung. Der markierte Wanderweg umgeht nun den unübersichtlichen Verkehrsknotenpunkt Flon und bringt mit der Esplanade de Montbenon wieder Ruhe. Durch den Chemin des Croix-Rouges und über die Geleise erreicht man den kleinen Weinberg Languedoc. Nun geht es durch die Chemins de Bon-Abri und du Chouchant zum Vallée de la Jeunesse. Geschaffen für die Expo 64, ist der Park mit den terrassenförmigen Rosenbeeten, einem geschwungenen Betondach und den Spielplätzen einen Besuch wert. Weiter wandert man zum See und diesem entlang bis nach Ouchy, wo auf die Promenade de la Ficelle eingeschwenkt wird. Deren Name spielt auf die Standseilbahn an, die früher Material und Menschen ins industrielle Viertel von Flon transportierte. Unterdessen wurde sie von der Métro ersetzt. In Grancy oben – nahe dem Hauptbahnhof – lohnt sich der Abstecher in die Bäckerei Monco’Pain, um eine Tarte à la raisinée zu geniessen – ein Gebäck aus eingekochtem Apfel- oder Birnensaft aus dem Jura und dem Norden der Waadt.
Auf den Spuren eines bekannten Waadtländer Malers Nr. 2357
Mézières VD, village — Moudon • VD

Auf den Spuren eines bekannten Waadtländer Malers

Eugène Burnand ist einer der wenigen Schweizer Künstler, die schon zu Lebzeiten Erfolg hatten und von ihren Werken leben konnten. Er war weitherum bekannt in Europa, wohnte zeitweise in Versailles, Florenz, Montpellier und Paris, wo er 1921 starb. Begraben wurde er aber in Vulliens im Jorat, diese Wanderung führt an seinem Grab vorbei. Burnands Schweizer Spuren ziehen sich durch eine Landschaft mit stattlichen Bauernhöfen, aus Stein gebaut und heute meist gut erhalten, grossen Ställen und weiten Feldern und – im Herbst – riesigen Haufen von Zuckerrüben. Orte, die Burnand schon im 20. Jahrhundert in realistischem Stil malte – inklusive der Menschen, die hier mit einfachen Mitteln schufteten. Heute tun sie es mit Maschinen, so sind viele Wege dieser Wanderung asphaltiert. Doch das tut der kulturellen Tour keinen Abbruch – im Gegenteil, sie ist auch bei nassem Wetter gut machbar. Man startet im waadtländischen Mézières, überquert den Carrouge und wandert auf die Anhöhe, von wo aus man die Hügelzüge gut sehen kann. Nach Vulliens erreicht man Seppey. In einem hiesigen Schloss hatte Burnand während des Ersten Weltkriegs gelebt und gearbeitet. Entstanden ist hier auch eines seiner Hauptwerke: «Labour dans le Jorat». Es zeigt zwei Männer mit Pflug, der von zwei Kühen und einem Pferd gezogen wird. Rechts im Bild ist das Dörfchen Syens erkennbar. Bald ist die Broye erreicht, entlang welcher man schliesslich nach Moudon gelangt. In dessen Oberstadt ist dem grossen Maler eigens ein Museum gewidmet, das aber nicht täglich offen hat.
Wandern und beobachten in La Sauge Nr. 2356
Sugiez — Cudrefin • VD

Wandern und beobachten in La Sauge

Dieser Ausflug erinnert an eine Matroschkapuppe, enthält er doch eine Wanderung in der Wanderung. Die zehn Kilometer lange Hauptroute führt von Sugiez im freiburgischen Vully bis nach Cudrefin am Waadtländer Ufer des Neuenburgersees. Auf halbem Weg empfiehlt sich die kurze Zusatzschlaufe durch das BirdLife-Naturzentrum in La Sauge. Los geht es im Herzen des Drei-Seen-Lands, dem Broyekanal entlang. Der topfebene Weg windet sich zwischen Wiesen und Schilfgebieten hindurch bis nach La Sauge und hinein in die Grande Cariçaie, das grösste Seeuferfeuchtgebiet der Schweiz. Unterwegs lauscht man dem Rascheln der Schilfrohre und dem Zwitschern der Vögel und bekommt mit etwas Glück auch die eine oder andere Art zu Gesicht. In La Sauge kann die Wanderung gegen Entrichtung eines Eintrittspreises um 500 Meter voller spannender Einblicke in die lokale Tier- und Pflanzenwelt verlängert werden. Dem Naturpfad des BirdLife-Naturzentrums entlang stehen vier Beobachtungshütten, überdacht und mit Sitzbänken ausgestattet. Seit 2001 wurden hier über 200 Vogelarten gesichtet. Eisvögel sowie Silber- und Seidenreiher zählen zu den Stammgästen, aber neben diesen und vielen anderen Vögeln sind an und in den Weihern des Zentrums auch Biber, Frösche und eine Vielzahl von Insekten und kleinen Wassertieren zu Hause. Je nachdem, wie geduldig man ist, kann man hier ein paar Minuten oder auch den ganzen Tag verbringen – am besten plant man für den Besuch etwa anderthalb Stunden ein. Danach geht es weiter nach Cudrefin. Am Seeufer laden mehrere Strände und Picknickplätze nochmals zum Verweilen ein.
Durch die Kastanienselven im Chablais Nr. 2355
Ollon VD — Le Bévieux • VD

Durch die Kastanienselven im Chablais

In einigen Bergregionen waren Edelkastanien früher die Hauptnahrungsquelle. Nun werden die Hochstammanlagen – auch Selven genannt, von lateinisch «silva» für «Wald» – wieder vermehrt gepflegt und aufgeforstet. Gegen Ende Oktober fallen die reifen Früchte, beispielsweise auf der Wanderung von Ollon nach Bévieux. Von Grün über Gelb und Orange bis Tiefrot: Sobald man aus dem Dorf Ollon tritt, liegen einem die Rebberge zu Füssen, und es öffnet sich der Blick übers Rhonetal. Danach führt der Weg durch einen Wald, am Rand geschnitzte Holzfiguren. Da mischen sich zum ersten Mal stachelige Kugeln und längliche gezackte Blätter in die Eichen- und Buchenblätter – der erste Kastanienbaum. Am Himmel kreisen zahlreiche Gleitschirme. Der Weiler Antagnes erstreckt sich entlang der Hauptstrasse, moderne Glashäuser mit Pool reihen sich an schwarzbraunes Holz alter Bauten. Nach einer erneut malerischen Passage durch die Rebberge folgt der Talgrund und etwas weiter hinten befinden sich die Salzminen von Bex. Die Minen können mit einer geführten Tour erkundet werden, im Shop gibt es weisses Salz – und schwarzen Kaffee. Nach einem kurzen Aufstieg öffnet sich der Blick auf eine Kastanienselve: Neben alten, knorrigen Bäumen stehen mittelgrosse und auch sehr junge, frisch gesetzte Pflanzen mit Stützpfosten. Verschiedene Gemeinden im Chablais sind an Aufforstungsprojekten beteiligt, der Kanton Waadt unterstützt den Erhalt und die Pflege des Kastanienanbaus. Aber Achtung: Die Bäume sind Privatbesitz, das Sammeln in grossen Mengen ist nicht erlaubt. Der Weg führt weiter hoch nach Fenalet-sur-Bex. Der alte Dorfkern besteht aus Holzhäusern mit liebevoll gepflegten Nutzgärten und hübschen Lauben für das Savoir-vivre. Ein drittes Mal durchwandert man Reben, diesmal auf einem steilen Weg aus Hartbelag. Nach einer kurzen Waldpassage erreicht man das Tagesziel Le Bévieux, den heutigen Hauptstandort der industriellen Salzgewinnung.